Köll lobt die Finanzen von Matrei

Der Bürgermeister kontert Kritik an der Verschuldung seiner Gemeinde. Überzogene Konten will er mit Darlehen decken.

Von Catharina Oblasser

Matrei i. O. –Beim Budget seiner Gemeinde ist alles in bester Ordnung, sagt der Matreier Bürgermeister Andreas Köll. Das belegt er mit umfangreichem Zahlenmaterial des Rechnungsjahres 2011, das Finanzverwalter Michael Rainer zusammengestellt und aufbereitet hat. „Wir haben einen Überschuss, obwohl wir mehr Schulden getilgt haben als ursprünglich vorgesehen“, sagt Köll. Das ließe sich nicht wegdiskutieren. In den Unterlagen führt Rainer einen Überschuss von knapp 14.000 Euro an, damit verzeichne die Gemeinde schon das elfte Jahr ein positives Rechnungsergebnis. Dass Matrei zahlungsunfähig sei und einen Schuldenschnitt brauche, wie Grünen-Sprecher Sepp Brugger kürzlich forderte, ist laut Köll „ein absoluter Blödsinn“. In ganz Osttirol gebe es elf Abgangsgemeinden, doch Matrei gehöre nicht dazu, führt Köll weiter aus. „Der Verschuldungsgrad bewegt sich zwischen 50 und 60 Prozent. Diese Tatsache ist von allen überprüfbar.“ Auch beim Personal habe die Gemeindeführung eingespart. Während es 1997 noch 66 Bedienstete im Rathaus gegeben habe, seien es im nächsten Jahr nur mehr 50 Personen.

Außerdem kündigt der Bürgermeister und ÖVP-Landtagsabgeordnete zukünftige Einnahmequellen an, und zwar aus dem Schwarzach-Kraftwerk in Huben, das auf eine zweite Turbine erweitert werden soll. „Das bringt uns 300.000 Euro. Und auch das Kraftwerk am Tauernbach wird kommen.“

Handlungsbedarf sieht Köll jedoch seit Neuestem bei den mit 4,4 Millionen Euro überzogenen Girokonten. Die zählten rein formell nicht zur Schuldensumme von 10,9 Millionen Euro. Anders als bisher bezeichnet Köll die Überziehungen nun als „nicht gesetzeskonformen Zustand“. Ein Großteil der 4,4 Millionen soll umgeschuldet werden und als Darlehen weiterlaufen. Die Aufsichtsbehörde hatte die Überziehungen schon kritisiert.