Natur

Lizum: Suche nach Gewissheit

In der Axamer Lizum wird auch in den kommenden Tagen wieder nach dem vermissten 15-jährigen Schüler gesucht. Mit Gerüchten rund um den Fall räumte die Bergrettung auf.

Von Marco Witting

Innsbruck –Eine unfassbare Tragödie, mag sie auch aus den Schlagzeilen verschwunden sein, vergessen hat sie niemand. Das Schicksal des 15-jährigen Schülers, der seit Anfang Jänner nach einem Skitag mit mehreren Lawinenabgängen in der Axamer Lizum vermisst wird, hat die Menschen bewegt. Die verzweifelte Suche von Hunderten Bergrettern und Freunden nach dem Jugendlichen ging über mehrere Wochen und wird auch weiterhin fortgesetzt.

Über 2500 Stunden hat allein die Bergrettung in der Lizum bisher gesucht, wie Bergrettungsgeschäftsführer Peter Veider bei einer Pressekonferenz zur heurigen Alpin­unfallstatistik erklärte. Hätte man die Kosten verrechnet, dann wären sie allein bei der Bergrettung auf 100.000 Euro gekommen. Und Veider räumte bei dieser Gelegenheit energisch mit vielen Gerüchten auf, die rund um die Tragödie kursieren. So würde am „Stammtisch“ erzählt, der 15-Jährige sei in Italien. „Der Jugendliche gilt weiterhin in diesem Gebiet als vermisst. Die Suche in der Lizum wird im April, wenn die Lawinenkegel ausgeapert sind, weiter fortgesetzt und lief auch in den vergangenen Wochen im Hintergrund.“ Alles andere, was erzählt werde, stimme einfach nicht.

Es sind die besonderen Schicksale von Menschen und Familien, die nach diesem Winter in der Erinnerung bleiben. So das Drama um jenen Urlauber, der auf einer Piste in Ischgl von einer Lawine getötet wurde. Generell aber, so erklärten Alpinpolizei, Kuratorium für alpine Sicherheit und Bergrettung, seien die Unfallzahlen in diesem Winter erfreulich. Auch wenn die Saison noch nicht gelaufen ist: In den meisten Unfallstatistiken bemerkten die Experten einen deutlichen Rückgang von bis zu 20 Prozent. „Das liegt vor allem an der Wetterlage. Die Sturzräume waren voll, die Pisten nicht so hart und die Skifahrer haben sich auch auf kleinere Gebiete verteilt“, erklärte Karl Gabl vom Kuratorium für alpine Sicherheit. Auch die Kältewelle und Tage mit starkem Schneefall hätten ihren Teil für das Ergebnis, das auch unter den statistischen Mittelwerten der vergangenen sieben Jahre liegt, getan. Gestiegen ist einzig die Zahl der Lawinentoten und -unfälle. „Wir hatten in Tirol acht Todesopfer zu beklagen. Wobei nur bei der Hälfte Tourengeher betroffen waren“, sagt der Chef der Alpinpolizei Norbert Zobel. Die andere Unfälle seien „atypische Ereignisse“, wie dies in der Polizeisprache heißt, gewesen. Darunter fallen etwa Wanderer, die von einem Schneebrett erfasst werden.