Skiunfall folgte teure Taxifahrt

Eine Taxifahrerin vergaß, das Gepäck ihres Gastes umzuladen. Der Mann musste für die Nachlieferung zahlen.

Von Angela Dähling

Schwaz –Seinen Skiurlaub im Zillertal wird Georg Ulb­rich noch lange in Erinnerung behalten – allerdings in keiner guten. Grund dafür ist nicht nur der Skiunfall, der dem Ostdeutschen einen Lendenwirbelanbruch bescherte, sondern vor allem die Erfahrung, die er im Anschluss an seinen Krankenhausaufenthalt mit einem Schwazer Taxi­unternehmen machte.

„Nach der Diagnose im Bezirkskrankenhaus und Verabreichung schmerzstillender Medikamente konnte ich das Krankenhaus verlassen. Hierzu wurde mir ein Taxi gerufen“, schildert der deutsche Urlauber der Tiroler Tageszeitung. Die Fahrerin habe sein Gepäck wortlos entgegengenommen und im Kofferraum verstaut. „Am Ortsausgang von Schwaz wurde ich dann aufgefordert, in ein anderes Taxi des Unternehmens umzusteigen.“

Das tat Georg Ulbrich auch – allerdings ohne Gepäck. Das hatte die Taxifahrerin nämlich nicht umgeladen. „Durch die anhaltend starken Schmerzen und weil der Schock über den Unfall noch nicht verwunden war, habe ich nicht bemerkt, dass das Gepäck nicht umgeladen wurde“, erklärt er. Das Taxi brachte den verletzten Skiurlauber zu dessen Unterkunft nach Aschau, wo dieser die Fahrtkosten beglich. Den Gepäckverlust bemerkte der Ostdeutsche im Verlauf des Nachmittags.

„Ich rief sofort das Taxiunternehmen an, erklärte, noch zweieinhalb Tage in Aschau zu sein, und bat, mir das Gepäckstück vorbeizubringen, wenn sich eine Tour nach Aschau ergeben sollte“, schildert Ulbrich. Am selben Abend um 19.30 Uhr wurde es ihm per Taxi zugestellt. 61 Euro verlangte das Schwazer Taxiunternehmen dafür. „Die Mitarbeiterin drohte mir mit der Polizei, wenn ich die Fahrtkosten nicht erneut begleichen würde“, schildert Georg Ulbrich. Er zahlte und versuchte am nächsten Tag, mit dem Chef des Taxiunternehmens das Problem des doppelt bezahlten Fahrpreises zu klären. Allerdings erfolglos. Auch eine daraufhin verfasste schriftliche Darlegung änderte daran nichts. Als die TT das Unternehmen um eine Erklärung darum bat, warum der Kunde für die Versäumnisse der Taxifahrerin zu zahlen habe, hieß es zunächst: „Weil der Mann sein Gepäck vergaß, mussten wir eine Extratour ins Zillertal machen. Das ist zu zahlen.“ Dann aber lenkte die Mitarbeiterin ein: Der Mann werde sein Geld umgehend zurück erhalten, kündigte sie an.