Gesellschaft

Israelis erschossen Palästinenser an Gaza-Kontrollpunkt

An einem Kontrollpunkt zum Gazastreifen haben israelische Soldaten nach palästinensischen Angaben einen Demonstranten erschossen. Der Jugend...

An einem Kontrollpunkt zum Gazastreifen haben israelische Soldaten nach palästinensischen Angaben einen Demonstranten erschossen. Der Jugendliche, der am Freitag mit anderen am symbolischen „Marsch auf Jerusalem“ teilnahm, habe sich dem stark gesicherten Kontrollpunkt Erez genähert. Die Wachen dort schießen erfahrungsgemäß schnell und scharf.

In sicherer Entfernung von Kontrollpunkt und Sicherheitszaun demonstrierten mehrere tausend Palästinenser gegen Israel am „Tag des Bodens“ (Land Day), an dem die Palästinenser massiver Landenteignungen durch die israelische Besatzungsmacht gedenken. Rund tausend Palästinenser marschierten zum Checkpoint Kalandiya, viele hielten palästinensische Flaggen in den Händen. Augenzeugen zufolge gab es auch Zwischenfälle an den Toren zur Jerusalemer Altstadt, wo sich die berühmte Al-Aksa-Moschee befindet. Vier Palästinenser wurden festgenommen, weil sie wegen des ihnen verwehrten Zugangs zur Moschee auf der Straße beteten.

Die berittene Polizei trieb mehrere Dutzend Demonstranten auseinander. In Bethlehem schleuderten Palästinenser Brandsätze gegen einen israelischen Posten. Zusammenstöße mit Verletzten wurden auch aus Hebron gemeldet. Nach Angaben aus palästinensischen Kreisen wurden mindestens 100 Menschen verletzt. Unabhängige Angaben gab es zunächst nicht.

Am 30. März begehen die Palästinenser den „Tag des Bodens“, der an den Tod von Demonstranten im Jahr 1976 erinnert. Damals schlugen israelische Sicherheitskräfte Proteste von arabischen Bauern gegen die Enteignung ihres Landes im Norden Israels nieder. Dabei wurden sechs arabische Israelis erschossen.