Gesellschaft

Japans Walfänger nach Beutezug wieder zu Hause

Unter dem Protest von Tierschützern sind Japans Walfänger von ihrem dreimonatigen Beutezug in der Antarktis zurückgekehrt. Das Mutterschiff „Nisshin Maru“ traf am Samstag in Tokio ein. Der Chef der Umweltschutzorganisation Greenpeace in Japan, Junichi Sato, übte scharfe Kritik an der alljährlichen „beschämenden, steuerfinanzierten Jagd“.

Die Meeressäuger seien für „einen Markt getötet worden, den es nicht gibt“. Die Walfänger hatten diesmal weit weniger Wale als geplant erbeutet: Statt der erhofften 850 Meeressäuger töteten sie in der Saison 267. Die Walfangflotte habe einen weiteren Anstieg ihrer Schulden nur vermieden, weil „auf erschreckende Weise 30 Millionen Dollar an Steuergeldern für die Opfer des tragischen Erdbebens, Tsunamis und Atomdesasters vom 11. März 2011 abgeschöpft wurden“, sagte Sato in einer Stellungnahme. Grund für die aus Sicht der Walfänger magere Beute waren Störaktionen der streitbaren Tierschutzorganisation Sea Shepherd und schlechtes Wetter.

Offiziell erlegen die Japaner die Wale zu wissenschaftlichen Zwecken. Kritiker sehen darin aber nur einen Vorwand, zumal Wissenschaftler anderer Länder zu ähnlichen Ergebnissen kommen, ohne die Tiere zu töten. Wissenschaftlicher Walfang ist formal allerdings erlaubt, trotz des seit 1986 geltenden weltweiten Walfangmoratoriums.