Gesellschaft

US-Anwalt: Schwesterschiff der „Concordia“ wird freigegeben

Die „Carnival Triumph“ war laut dem Antwalt vorrübergehend als „Pfand“ in einem texanischen Hafen beschlagnahmt worden.

Washington - Ein Schwesterschiff der im Jänner verunglückten „Costa Concordia“ darf nach Angaben eines US-Anwalts auslaufen, nachdem es vorübergehend in einem texanischen Hafen beschlagnahmt worden sei. Es habe eine Übereinkunft mit der Gesellschaft Carnival Cruise Lines gegeben, teilte John Eaves, der die Rechtes des Sohnes einer bei dem Unfall getöteten Deutschen vertritt, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit. Damit könne das Schiff zur geplanten fünftägigen Kreuzfahrt nach Mexiko aufbrechen.

Eaves zufolge hatte ein Richter am Freitag auf seinen Antrag hin verfügt, dass das Kreuzfahrtschiff „Carnival Triumph“ im Rahmen einer Zivilklage seines Mandanten im Heimathafen Galveston festgehalten werde - als Pfand für etwaige Entschädigungsleistungen. Nach Angaben des Anwalts wurde eine Freigabe an die Bedingung geknüpft, dass Carnival zehn Millionen Dollar (7,49 Mio. Euro) als Sicherheit hinterlege. Ob sich beide Seiten tatsächlich auf diese Summe verständigten, teilte Eaves unter Hinweis auf vereinbarte Vertraulichkeit nicht mit.

Carnival ist der Mutterkonzern der Reederei Costa Crociere, der Betreiberin der „Costa Concordia“. Der Konzern war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die „Costa Concordia“ war im Jänner vor der italienischen Küste auf einen Felsen aufgelaufen und gekentert. 32 Menschen kamen ums Leben. Dem Kapitän des Schiffes werden schwere Sicherheitsverstöße vorgeworfen.

Eaves vertritt nach eigenen Angaben mehr als 20 überlebende deutsche Passagiere und Angehörige von Todesopfern. Er betonte, es komme ihm nicht nur auf Entschädigungen für seine Mandanten an, sondern auch darauf, dass Kreuzfahrten sicherer würden. Der Kapitän und die Crew der „Carnival Triumph“ seien nach denselben Standards geschult worden wie die der „Costa Concordia“, sagte der Anwalt. Vor diesem Hintergrund sei die Forderung nach einem Pfand auch ein Signal, dass sich die Standards bessern müssten. (APA/dpa)