Zahl der Arbeitslosen gestiegen - In Tirol dank guter Saison gesunken
Die Arbeitslosigkeit ist im März im Vergleich zum Vorjahr höher, die Zahl der Schulungsteilnehmer ist hingegen gesunken.
Wien - In Österreich steigt die Arbeitslosigkeit weiter an: Die Zahl der Arbeitslosen ist im März im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4,4 Prozent oder 11.187 Personen auf 263.774 gestiegen. Gleichzeitig ist die Zahl der Schulungsteilnehmer um 1077 (- 1,5 Prozent) auf 68.438 gesunken. Insgesamt waren damit 332.212 Menschen in Österreich auf Jobsuche - um 10.110 (3,1 Prozent) mehr als im März 2011, teilte das Sozialministerium am Sonntag mit.
Die Arbeitslosenquote lag nach österreichischer Berechnungsmethode im März bei 7,1 Prozent. Nach EU-Berechnung belief sich die heimische Arbeitslosenquote im Februar - das ist der aktuellste verfügbare Wert - auf 4,2 Prozent. Österreich hat damit weiterhin die mit Abstand niedrigste Arbeitslosigkeit in der EU. Auf den Rängen folgen die Niederlande (4,9 Prozent) und Luxemburg (5,1 Prozent), im Schnitt der 27 EU-Staaten beträgt die Arbeitslosenquote 10,1 Prozent.
Die Zahl der aktiv Beschäftigten ist um 57.000 Personen auf 3,335 Millionen gestiegen. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen sind laut Sozialministerium um 2583 (7,9 Prozent) auf 30.102 zurückgegangen.
Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im März ist bei Männern stärker ausgefallen als bei Frauen. Die Zahl der vorgemerkten arbeitslosen Männer erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,7 Prozent (8.373) auf 154.648. Bei Frauen wurde nur ein Anstieg von 2,6 Prozent (2.814) auf 109.126 verzeichnet. Die Bauwirtschaft habe einen gedämpften Frühlingsbeginn erlebt, hieß es dazu aus dem Sozialministerium.
Am stärksten fiel die Zunahme bei behinderten Personen (+14,5 Prozent), Leiharbeitern (+12,8 Prozent) und Ausländern (+11,8 Prozent) aus. Ebenfalls überproportional stieg die Arbeitslosigkeit von Personen ab 50 Jahren mit einem Plus von 8,5 Prozent. Vergleichsweise gering war die Zunahme der Jugendarbeitslosigkeit mit 1,9 Prozent.
Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen im März im Jahresabstand um 4,4 Prozent oder 11.187 Personen auf 263.774 gestiegen. „Die Frühjahrsbelebung am österreichischen Arbeitsmarkt fiel im heurigen März stärker aus als letztes Jahr. Die Zahl der Arbeitslosen sank gegenüber dem Vormonat um 46.290 (2011: 39.671)“, betonte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (S).
Die Differenz zwischen Lehrstellensuchenden und offenen Lehrstellen („Lehrstellenlücke“) ging auf 909 zurück. 4725 Lehrstellensuchenden standen 3816 offenen Lehrstellen gegenüber. Die Jugendarbeitslosigkeit beträgt 8,3 Prozent, was der zweitbeste Wert in der EU ist.
Einzig in Tirol (-4,5 Prozent) und Vorarlberg (-1,6 Prozent) wurden im März dank einer guten Tourismussaison weniger Arbeitslose verzeichnet, den stärksten Anstieg im Jahresabstand gab es in der Steiermark (+9,0 Prozent). Auch in Niederösterreich (+7,3 Prozent), dem Burgenland (+6,6 Prozent) und Salzburg (+5,3 Prozent) gab es einen höheren Anstieg als im Bundesdurchschnitt. In Wien stieg die Anzahl der Arbeitslosen um 3,6 Prozent auf 83.161 und in Kärnten um 1,6 Prozent auf 22.475.
Im Tourismus habe vor allem die anlaufende Ostersaison die Arbeitslosigkeit um 3,4 Prozent auf 32.585 Personen gesenkt, so das Sozialministerium. In allen anderen Branchen wurde ein Anstieg verzeichnet: in der Baubranche (+10,6 Prozent), im Gesundheits- und Sozialwesen (+7,5 Prozent) und im Handel (+4,5 Prozent). (APA)
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