Monti warnt: „Ohne Opfer wäre Italien jetzt wie Griechenland“
Der italienische Premier verteidigt seine Sparmaßnahmen: Ohne Opfer wäre Italien in eine Lage wie Griechenland gestürzt.
Rom - Der italienische Premier Mario Monti hat die unpopulären Maßnahmen seiner Fachleuteregierung, darunter eine am Freitag beschlossene Erhöhung der Gas-und Stromtarife, verteidigt. Ohne Opfer wäre Italien in eine Lage wie Griechenland gestürzt, warnte Monti, der sich derzeit zu einem Staatsbesuch in Peking aufhält. Der 68-jährige Premier zeigte sich zuversichtlich, dass die Krise in Italien bald zu Ende sei. Die schwierigste Phase der Schuldenkrise sei bewältigt worden. Seine Regierung erwarte sich jetzt positive Resultate im Kampf gegen die Schattenwirtschaft und die Steuerhinterziehung.
Für Aufregung sorgte in Italien die Strombehörde, die eine Erhöhung der Stromtarife von 5,8 Prozent ab kommender Woche beschlossen hat. Ab Mai soll die Stromrechnung für die Italiener um weitere vier Prozent teurer werden. Die Gasrechnung wird um 1,8 Prozent steigen. Der Beschluss wurde aufgrund der höheren Ölpreise beschlossen.
Am Freitag hatte Monti die Parteien in Italien aufgefordert, mit Nachdruck den wirtschaftlichen Sanierungsprozess und die Maßnahmen zur Modernisierung des Landes zu unterstützen. Der Regierungschef äußerte die Hoffnung, dass 2012 für Italien nicht nur ein entscheidendes Jahr in punkto Bilanzsanierung, Wachstum und Beschäftigung, sondern auch in politischer Hinsicht sein werde. Zugleich lobte Monti die Reife der Italiener: „Sie begreifen, dass es sinnvoll ist, auch beträchtliche Opfer zu bringen, um Italien einen Niedergang, oder noch schlimmer, eine Situation wie in Griechenland zu ersparen“.
„Auch die politischen Parteien bemerken, dass die Italiener reifer sind, als sie dachten. Die Bürger schätzen eine gemäßigte und nüchterne Weise, Probleme anzugehen“, betonte Monti nach Angaben italienischer Medien. Die Politik sei unersetzlich, damit Italien seine Glaubwürdigkeit zurückgewinnen könne. Italiens Ansehen im Ausland müsse wachsen, damit es unter anderem wieder verstärkt Investitionen anziehen könne, was Beschäftigung für die Jugend bedeuten würde, sagte Monti. (APA)
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