Spitzenförderung für Kanal beschert Silz großes Plus
Der Anschluss des Kühtai an die Kläranlage Vorderes Ötztal drückt den Verschuldungsgrad der Gemeinde Silz letztlich auf nur noch 44 Prozent.
Von Bernhard Stecher
Silz –Reinhard Holaus kam von Satz zu Satz besser in Fahrt. Sagte er eingangs noch, man habe bei der Kontrolle der Jahresrechnung 2011 „keine größeren Verfehlungen“ gefunden, besserte der Obmann des Silzer Überprüfungsausschusses gleich im nächsten Satz nach. Man habe „nicht einmal kleine Mängel“ festgestellt, führte er weiter aus, um dann komplett umzuschwenken: Man sei seitens des Überprüfungsausschusses „sogar sehr angetan“ und mache den Verantwortlichen ein Kompliment für die geleistete Arbeit.
Holaus‘ Zufriedenheit resultiert aus der Tatsache, dass das Silzer Jahresergebnis im außerordentlichen Haushalt um nicht weniger als 407.000 Euro über den Erwartungen liegt. Ein erfreulicher Umstand, den Amtsleiter Ubald Lutz gleich in weitere Zahlen goss: „Wir konnten damit den Verschuldungsgrad der Gemeinde in einem Jahr von 71 auf 44 Prozent drücken.“ Zu einem Gutteil sei dafür die positive Entwicklung beim Anschluss Kühtais an die Abwasseranlage Vorderes Ötztal verantwortlich, für den man „Spitzenförderungen lukrieren habe können“.
Rückblende: Was hatte es vor gut zwei Jahren doch ein Gezerre um die Einleitung der Abwässer aus dem Nedertal gegeben! Die Vorderötztaler Gemeinden fürchteten eine Überlastung der Anlage und einen damit verbundenen teuren Ausbau – Silz wollte sich nicht die Kosten für die Erweiterung der Anlage aufrechnen lassen. Mittlerweile gibt es hüben wie drüben zufriedene Gesichter. Und so erklärte Bürgermeister Hermann Föger im Silzer Gemeinderat, dass „die Anlage zur vollen Zufriedenheit arbeitet“ und auch der Abwasserverband Vorderes Ötztal mit einem Überschuss bilanziert habe.
„Stimmt und stimmt nicht“, sagt Fredi Köll, Obmann des Verbandes. Die Anlage müsse nach derzeitigem Stand der Dinge tatsächlich nicht erweitert werden, sodass auch keine weiteren Investitionen anfallen würden. Auf der Anlage würden allerdings noch „jede Menge Schulden lasten“. Was wiederum langfristig zu betrachten sei, weil die Darlehen, wie eben in solchen Fällen, eine lange Laufzeit hätten. Er, Köll, sehe daher auch das Positive und das seien „der Beistand des Landes bei den Adaptierungsarbeiten und unsere guten Mitarbeiter“.
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