Standort Tirol

„Infrarot-Wärmekabinen in jeden Tiroler Haushalt“

Der Infrarotkabinen-Hersteller Physiotherm will weiter expandieren. Vor allem in Deutschland sieht die Tiroler Firma großes Potenzial.

Thaur –Vor mehr als 15 Jahren kam Luis Schwarzenberger nach einem Skiunfall erstmals auf den Gedanken, für Wärmebehandlungen eine Infrarotkabine zu bauen. Eine Idee, die bald ihren Siegeszug zunächst in Hotels (derzeit in 5000, davon allein 1500 in Tirol) und Fitnesstempeln, immer stärker aber auch in privaten Häusern und Wohnungen antreten sollte – unterstützt durch den Wellness- und Gesundheitsboom.

Heute produziert und verkauft Physiotherm (zwei Drittel gehören Schwarzenberger, ein Drittel Geschäftsführer Josef Gunsch) jährlich über 6500 Infrarotkabinen, der Umsatz lag im Vorjahr bei 26 Mio. Euro, Tendenz steigend.

Im Gegensatz etwa zu einer Sauna wird bei 35 bis 38 Grad, also fast bei Körpertemperatur, geschwitzt. Geheimnis ist laut Gunsch, dass die Infrarotstrahlen die Muskulatur erwärmen. Positive Wirkung gebe es nicht nur für die Muskulatur, sondern auch bei Rückenschmerzen oder für das Immunsystem. „Wer in der Infrarotkabine sitzt, schwitzt gleich stark wie in der Sauna, er wird aber nicht so müde. Der Körper muss sich nicht gegen die Hitze wehren, weil die Wärme direkt in den Körper hineinkommt.“ Die Infrarotwärme wirke „wie leichtes Ausdauertraining“.

Physiotherm hat derzeit insgesamt 200 Mitarbeiter, davon 90 am Stammsitz in Thaur. Das Holz für die Kabinen wird von 35 Mitarbeitern in Ostdeutschland gefertigt, die restlichen Beschäftigten sind in den derzeit 50 eigenen Geschäften tätig. In Tirol gibt es neben der Zentrale weitere Standorte in Imst, Wörgl und Lienz. Ziel ist es, jährlich zehn bis zwölf zusätzliche Standorte zu eröffnen, vor allem in Deutschland. Derzeit ist Österreich der mit Abstand größte Absatzmarkt, gefolgt von Deutschland, der Schweiz und Südtirol. Kleinere Stückzahlen gehen in die Benelux-Länder, nach Osteuropa und vereinzelt auch nach Australien und Neuseeland. Vielfach wollen Tirol-Urlauber, die in Kabinen im Hotel gesessen sind, diese dann auch zu Hause haben.

Eine Vision hat Gunsch für Physiotherm, das auch wiederholt mit Klafs oder dem ÖSV kooperiert: „Jeder Tiroler Haushalt sollte irgendwann eine Kabine haben.“ (va)