Parkhaus-Mord in Emden: Elfjährige Lena wurde erstochen

Nachdem im zweiten Anlauf der offenbar richtige Täter gefasst wurde, gibt es jetzt erstmals Berichte, wie die kleine Lena gestorben ist.

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Emden – Im Mordfall der kleinen Lena im norddeutschen Emden liegt jetzt laut Medienberichten offenbar ein Obduktionsergebnis vor: Das Mädchen soll von seinem Mörder erstochen worden sein. Mehrere Stichverletzungen sollen zum Tod der Schülerin geführt haben. Die Emder Polizei dementierte diese Angaben bislang nicht.

Nachdem Lena vor über einer Woche tot in einem Parkhaus gefunden wurde, hatte die Polizei zunächst einen 17-Jährigen festgenommen, der sich zwei Tage nach seiner Festnahme als unschuldig herausstellte. Kurz darauf klickten für einen 18-jährigen Gerüstbauer die Handschellen.

Er hat die Tat im Verhör bereits gestanden. Der Bursche soll auch für einen sexuellen Überfall auf eine Joggerin im Dezember des Vorjahres verantwortlich gewesen sein.

Gegen den 18-Jährigen soll außerdem ein Verfahren wegen des Besitzes von kinderpornografischen Materials laufen. Der eigene Stiefvater hatte den Burschen angezeigt, nachdem er das Material auf seinem Computer gefunden hatte.

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Aufrufe zur Lynchsjustiz

Nach der ersten Festnahme in dem Fall war Kritik gegen die Ermittler laut geworden, weil gegen den 17-jährigen Unschuldigen eine regelrechte Hetzjagd ausgebrochen war, nachdem ihn die Polizei als mutmaßlichen Täter präsentiert hatte. Im Internet wurde sogar dazu aufgerufen, ihn zu töten. Derzeit verfolgt die Staatsanwaltschaft einige Aufrufe zur Lynchjustiz juristisch. Die Verantwortlichen müssen mit empfindlichen Strafen rechnen.

Der 17-Jährige und seine Familie wurden unterdessen in Sicherheit gebracht, der Bursche soll auch psychologisch betreut werden, hieß es. Unterdessen springt der Innenminister Niedersachsens für die Ermittler in die Presche. Die Polizisten hätten zu jeder Zeit „sehr professionell“ und „völlig richtig“ gehandelt. Für die Gewaltdrohungen könne die Polizei nicht verantwortlich gemacht werden, denn diese hätte den 17-Jährigen stets als Verdächtigen bezeichnet, dessen Schuld erst bewiesen werden müsste.

Die elfjährige Lena wurde mittlerweile im engsten Familienkreis beigesetzt. (tt.com)


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