Von Zungenbrechern und Auftaktniederlagen

Trotz der 24:25-Niederlage für die österreichischen Handballer war der erste Tag des Goldgas-Cups nicht nur etwas für die Augen der Experten.

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Von Daniel Suckert

Innsbruck –„Theodoros Megalooikonomou“, sagte der Mann im hellblauen Hemd zu seinem weitaus älteren Sitznachbarn. Der runzelte seine Stirn und brachte nur ein verzweifeltes: „Wer?“, heraus. „Der Dicke mit der Nummer 25“, wollte der Jüngere der beiden nicht erneut den griechischen Zungenbrecher wiederholen. Mit einem schmunzeln kommentierte der ältere Herr: „Den hat die griechische Finanzkrise offenbar noch nicht erreicht.“

Zugegeben, es fanden sich am Donnerstagabend nicht nur „Experten“ auf den Tribünen in der Innsbrucker Olympiahalle beim Goldgas-Cup ein. Aber das spielte auch keine Rolle. Das Tiroler Publikum wollte vor allem eines: Die feine Klinge der internationalen Handball-Künstler genießen. Und natürlich einen rotweißroten Sieg gegen Tschechien.

Der ersten Bitte kamen die Slowenen gegen die Griechen artig nach. Obwohl bei Slowenien einige Hochkaräter fehlten, ließen sie gegen Megalooikonomou und Co. nichts anbrennen und siegten problemlos mit 31:21 (16:10).

Unter den Besuchern saß mit HIT-Trainer Stefan Öhler aber auch ein echter Experte auf den Zuschauerrängen. Der wollte einen griechischen Spieler beobachten. „Doch der ist leider gar nicht aufgelaufen“, musste Coach Öhler schnell feststellen.

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Seine Laune verbesserte sich auch nicht, als die rot-weiß-roten Handballer beim Höhepunkt des Abends auf Tschechien trafen. Ganz im Gegenteil. Trotz beherzten Kampfes und einer Aufholjagd im zweiten Durchgang, blieb dem österreichischen Team schlussendlich ein Erfolgserlebnis verwehrt – so wie den 2500 Zuschauern in der Halle.

Und als nach der Schlusssirene eine 24:25-Niederlage für Österreich von der Anzeigetafel leuchtete, stellte der Jüngere des vermeintlichen Expertenduos fest: „Schade, wir waren nicht gut genug.“ Der Ältere meinte zynisch: „Des sieht ja jeder. Da musst‘ kein Experte sein.“


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