3000 tote Delfine: Massensterben durch akustische Schocks?

Seit Jahresanfang sollen an den nördlichen Küsten Perus Tausende Meeressäuger verendet sein. Umweltschützern zufolge könnte dafür eine „Meeres-Blase“ verantwortlich sein.

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Lima - 615 gestrandete Delfine auf einem Küstenabschnitt von 135 Kilometern - und das an nur einem Tag. Wenn man den Recherchen der Naturschützer von „Blue Voice“ Glauben schenkt, spielt sich derzeit an Perus nördlicher Küste ein Umweltdrama bisher ungeahnten Ausmaßes ab.

Ingesamt seien seit Jahresbeginn in der Region Lambayeque bereits 3000 Delfine verendet. Der Direktor der Organisation ORCA (Förderung und Verbreitung von Forschungsergebnissen zur Erhaltung der Meeressäuger), Carlos Yaipen-Llanos, meinte gegenüber der Zeitung „Peru21“, dass die Todesfälle auf eine „Meeres-Blase“ zurückzuführen sein könnten.

Akustischer Schock

“Die Ölindustrie arbeitet zum Auffinden von Erdöl unter dem Meeresboden mit unterschiedlichen Frequenzen von akustischen Wellen. Diese erzeugen sogenannte Blasen, die nicht sichtbar sind“, sagte Yaipen-Llanos. „Der Schall und seine Auswirkungen verursachen bei Delfinen, Robben und Walen schwere Schäden, die zum Tode führen können.“

Der akustische Schock könne zum Verlust des Gleichgewichts, Orientierungslosigkeit und inneren Blutungen führen. Zur Ermittlung der Todesursachen haben die Forscher Proben von den Tieren entnommen. (siha)

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Quelle: www.spiegel.de


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