Kanada ordnet Auslieferung im Fall von Pariser Anschlag von 1980 an

Montreal (APA/AFP) - Mehr als 30 Jahre nach einem tödlichen Anschlag auf eine Pariser Synagoge hat Kanada die Auslieferung eines Verdächtige...

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Montreal (APA/AFP) - Mehr als 30 Jahre nach einem tödlichen Anschlag auf eine Pariser Synagoge hat Kanada die Auslieferung eines Verdächtigen nach Frankreich angeordnet. Justizminister Rob Nicholson habe eine entsprechende Anordnung unterzeichnet, sagte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag (Ortszeit). Der kanadische Libanese Hassan D. habe nun einen Monat Zeit, um gegen den Beschluss in Berufung zu gehen. Ihm droht wegen seiner mutmaßlichen Verwicklung in den Anschlag eine lebenslange Haftstrafe.

Bei dem Anschlag auf die Synagoge in der Pariser Rue Copernic waren am 3. Oktober 1980 drei Franzosen und eine junge Israelin getötet und etwa vierzig Menschen verletzt worden. Es war der erste tödliche Anschlag auf Juden in Frankreich seit der Besatzung durch die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs.

Dem ehemaligen Hochschullehrer D. wird vorgeworfen, Mitglied des radikalen Spezialkommandos der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) zu sein. Sie soll für das Attentat in Paris verantwortlich sein. Die französische Justiz beschuldigt D., den Sprengsatz gebaut und an einem unter falschem Namen gekauften Motorrad vor der Synagoge deponiert zu haben.


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