Ryanair-Chef O‘Leary: Nachtflugverbot ist „verrückt“

Köln (dpa) - Rynair-Chef Michael O‘Leary hat das dauerhafte Nachtflugverbot für den Frankfurter Flughafen als „verrückt“ kritisiert. „Ich mu...

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Köln (dpa) - Rynair-Chef Michael O‘Leary hat das dauerhafte Nachtflugverbot für den Frankfurter Flughafen als „verrückt“ kritisiert. „Ich muss dazu sagen, ich selbst würde nie nach Frankfurt/Main fliegen, also kann es mir im Prinzip egal sein“, sagte er am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa in Köln. „Aber Frankfurt ist eines der drei großen Drehkreuze in Europa. Es gibt Frankfurt/Main, Paris/Charles de Gaulle und London Heathrow. Man kann nicht einen der größten europäischen Flughäfen für sechs oder sieben Stunden in der Nacht schließen. Das ist verrückt.“

Alle möglichen Langstreckenflüge würden dadurch verzögert. Für den von Ryanair genutzten Flughafen Frankfurt-Hahn sei die Entscheidung wahrscheinlich eher von Vorteil. „Aber es ist die falsche Entscheidung für Frankfurt und für Deutschland.“

Ryanair nimmt ab Mai Flugverbindungen ab Köln/Bonn auf. Dass die nordrhein-westfälische Landesregierung dort die Passagierflüge während der Nacht ebenfalls verbieten will, stört O‘Leary nicht. „Wir fliegen ja nicht nachts, wir machen keine Langstreckenflüge. Uns betrifft‘s nicht.“

Dieses Jahr werde der irische Billigflieger zehn deutsche Ziele anfliegen. In den nächsten vier bis fünf Jahren wolle er diese Zahl gern verdoppeln. „Das große Thema für uns in Deutschland im letzten Jahr war die Luftverkehrsabgabe.“ Als Reaktion darauf hatte Ryanair seinen Flugplan in Deutschland zusammengestrichen. O‘Leary sieht aber keinen Widerspruch darin, das Angebot jetzt wieder auszubauen, obwohl die Abgabe weiter besteht. Der Ausbau sei ja verhalten - ohne die Abgabe würde Ryanair noch viel stärker expandieren, denn als Touristenziel habe Deutschland enormes Potenzial. Deutschland sei ideal geeignet für Wochenend-Trips aus anderen europäischen Ländern, sagte O‘Leary.


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