Im Strudel der Telekom-Affäre

Hakl will Ruf als ausgezeichnete VPlerin wiederherstellen, Malaun kritisiert Missbrauch der Sondersitzung.

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Von Peter Nindler

Innsbruck, Wien –Während die Innsbrucker VP-Nationalrätin Karin Hakl nichts zur Sondersitzung zu sagen hat, übt der Tiroler VP-Hauptgeschäftsführer und ehemalige geschäftsführende Gesellschafter der Werbeagentur Headquarter, Martin Malaun, heftige Kritik an der oppositionellen Inszenierung eine Woche vor der Innsbrucker Gemeinderatswahl. Schließlich hängt die Einberufung mit der von SPÖ und ÖVP verhinderten Ladung Malauns zum Korruptions-Untersuchungsausschuss zusammen. Bekanntlich hat Malaun nach dem Nationalratswahlkampf 2008 die umstrittenen Rechnungen in Höhe von 20.000 Euro an den Telekom-Lobby­isten Peter Hochegger und 3000 Euro an die Firma Alcatel gestellt. Malaun sagt, das habe er im Auftrag von Karin Hakl gemacht, die ÖVP-Nationalrätin betont hingegen, sie habe Malaun leidglich die Telefonnummer Hocheggers gegeben, für den Fall, dass noch etwas offen sei. Drei Rechnungen sollen vorliegen. Nach Bekanntwerden der Affäre stellte Hakl ihre Funktion als Telekomsprecherin der ÖVP vor zwei Wochen ruhend, zwischen Hakl und Malaun fielen scharfe Worte.

Doch plötzlich war auch die Tiroler ÖVP Thema im U-Ausschuss. Und nicht nur das: Der Grüne Peter Pilz hat eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Sein Verdacht: „Der Rechnungstext zumindest einer dieser Rechnungen lässt sich mit Werbeaufträgen im Zusammenhang mit einem Wahlkampf nicht in Einklang bringen, so dass der Verdacht besteht, dass ein den wahren Zahlungszweck verschleiernder Scheinrechnungstext gewählt wurde.“ Er ortet eine versteckte Wahlkampffinanzierung für die Tiroler ÖVP durch die Telekom.

Wegen der Anzeigen hat sich Hakl jetzt auch einen Rechtsanwalt genommen. Dem Vernehmen nach soll es sich um den ehemaligen freiheitlichen Justizminister Dieter Böhmdorfer handeln. Einmal mehr betont Hakl, dass sie niemals nur einen Groschen genommen habe. „Ich bin eine ausgezeichnete ÖVPlerin und werde alles unternehmen, um diesen Ruf wiederherzustellen.“ Ob sie sich in der heutigen Sondersitzung zu Wort melden werde, wisse sie noch nicht. „Wahrscheinlich nicht, aber wenn ich reden will, dann werde ich reden.“

Für den Tiroler ÖVP-Manager Martin Malaun gibt es nichts mehr zu sagen. „Es liegt alles auf dem Tisch. Im Nationalrat wird lediglich ein Schauspiel inszeniert“, kritisiert er die Nationalratssondersitzung. Er wisse nicht, was noch offen sei. „Die Rechnungen wurden von meiner ehemaligen Agentur im Auftrag Hakls gestellt. Ich wusste nicht, wer die Firma Valora ist, und vermute indessen auch, dass vielleicht nicht einmal Hakl das wusste.“

Mit scharfen Worten verurteilt er die Vorgangsweise der Oppositionsparteien, die „nicht einmal davor zurückscheuen, die Nationalratssondersitzung für den Wahlkampf in Innsbruck zu missbrauchen“. Weil sie ihre Felle bei der bevorstehenden Gemeinderatswahl am 15. April davonschwimmen sähen, „versuchen sie halt mit der Sondersitzungen in den Medien präsent zu sein“.

Er selbst, so Malaun, habe stets angekündigt, gerne im U-Ausschuss auszusagen. „Ich habe nichts zu verbergen.“ Zudem gehe er davon aus, dass die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig werde.


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