Ein schöner Exot mit Manieren zum Flanieren

Permanenter Allrad, Siebenstufenautomatik, elektronische Dämpferregelung, Sportsitze – der Infiniti FX30d verwöhnt rundum.

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Von Markus Höscheler

Wien –Wer ihn wählt, will mit ihm auffallen, gefallen und aus dem Rahmen fallen: Gut zwei Jahre nach dem Marktstart der Nissan-Nobelmarke sind Fahrzeuge von Infiniti hierzulande weiterhin eine Rarität. Dafür drängen sich mehrere Gründe auf: Es gibt praktisch nur einen österreichischen Händler in der Nähe von Wien; der Bekanntheitsgrad des Luxuslabels ist ausbaufähig; das Angebot richtet sich an gut betuchte Kundschaft. Die ist zahlenmäßig beschränkt und muss darüber hinaus einen Sinn fürs Außergewöhnliche haben. Denn Aufmerksamkeit erhält das Sports Utility Vehicle FX30d auf alle Fälle. Es wirkt zwar mit seiner Coupé-Silhouette etwas kompakter, als es tatsächlich ist, dennoch ist ihm ein stattlicher Auftritt mit der markanten Front, den wuchtigen 21-Zöllern, den Kiemen hinter den vorderen Radhäusern und dem knackigen Heckschwung attestieren. Dieser kostet den FX30d allerdings Laderaum – netto sind es nur 410 Liter, für ein Auto mit 4,87 Metern Länge wirkt das bescheiden.

Dafür haben die Insassen mehr zu genießen. Im Fond lässt es sich gut aushalten, erst recht auf den beiden Vordersitzen. In der hier getesteten S-Premium-Ausstattung ist der Fahrersportsitz elektrisch 14-fach verstellbar – es wäre also eine Kunst, hier die richtige Einstellung nicht zu finden. Einzustellen hat der Fahrer ohnedies eine Menge: etwa das gut zu sehende Navigationssystem „Connectiviti+“ mit hochauflösendem Touchscreen-Display, das Einarbeitungszeit erfordert, aber mehr als brauchbare Ergebnisse liefert. Stimmig ist die Verknüpfung mit dem Bose-Sound-System, das elf Lautsprecher umfasst.

Ebenfalls Teil der S-Premium-Bestückung ist der Around View Monitor, der beim Rückwärts- oder Seitwärts-Einparken wertvolle Informationen liefert. Die adaptive Geschwindigkeitsregelung ICC und der Spurhalteassistent mit Spurverlassenswarner LDP gehören zu den weiteren Elementen des FX30d – insofern ist der Testwagenpreis von 76.194 Euro geradezu eine Okkasion.

Erst recht in Verbindung mit dem sprintfreudigen, recht kultivierten Sechs­zylinder-Turbodiesel mit 238 PS, dessen 550 Newtonmeter Drehmomentmaximum bereits frühzeitig bei 1750 Umdrehungen/Minute anliegen. Das Triebwerk, das im Test lediglich neun Liter Treibstoff je 100 Kilometer benötigte, lässt den elektronisch gedämpften Allradler leichtfüßig agieren – und leichtfüßig kann sich zusätzlich der Fahrer verhalten. Denn ums Schalten muss er sich im Normalfall nicht kümmern, da eine Siebenstufenautomatik komfortabel und zügig das Sortieren der Gänge übernimmt. Zugegeben: Wir haben Gefallen gefunden am schönen Exoten japanischer Abstammung.

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