Kirchen-Reform: Ludwig Schwarz für Mitspracherecht bei Bischöfen

Wien (APA) - Zumindest teilweise Unterstützung für die Forderungen der Pfarrerinitiative und anderer Reformgruppen kommt vom Linzer Diözesan...

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Wien (APA) - Zumindest teilweise Unterstützung für die Forderungen der Pfarrerinitiative und anderer Reformgruppen kommt vom Linzer Diözesanbischof Ludwig Schwarz. Er plädiert für mehr Mitspracherecht der Katholiken bei Bischofsernennungen und kann sich auch Änderungen beim priesterlichen Zölibat vorstellen, wie er den „Oberösterreichischen Nachrichten“ (Samstag-Ausgabe) sagte. Sein Kärntner Kollege Alois Schwarz weist indessen Befürchtungen zurück, die von Helmut Schüller angeführte Reformgruppe könnte zu einer Kirchenspaltung führen.

Schwarz plädiert „unbedingt“ für mehr Mitsprache der Gläubigen bei Bischofsernennungen. Diese Forderung war zuletzt von Reformgruppen wie der Pfarrerinitiative und „Wir sind Kirche“ erhoben worden, die verlangen, dass bei Ernennungen die Wünsche der Pfarrgemeinderäte, der Laienorganisationen sowie der Priesterräte und der pastoralen Gremien der betroffenen Diözesen gehört werden. Schwarz kündigt nun an, vor seinem Rücktritt im Jahr 2015 nach Salzburger Vorbild seine „zuständigen Gremien“ um Vorschläge zu bitten und diese dann dem Apostolischen Nuntius (dem Botschafter des Vatikan, Anm.) weiterzuleiten.

Außerdem kann sich Schwarz die Zulassung von Verheirateten zum Priesteramt vorstellen - nicht aber die von der Pfarrerinitiative ebenfalls geforderte „priesterlose Eucharistiefeier“ (also einen Wortgottesdienst mit Kommunion, aber ohne Priester). Eine „priesterlose Eucharistiefeier“ wäre „ein Widerspruch in sich“, sagte Schwarz. „Anders ist es beim priesterlichen Zölibat. Hier wären Änderungen möglich, da es sich um kein Gottesgebot, sondern um ein Gebot der Kirche handelt“, so der Bischof. Er habe das auch schon des Öfteren bei den zuständigen vatikanischen Kongregationen in Rom deponiert.

Der Kärntner Bischof Alois Schwarz weist indessen die Befürchtung seines steirischen Kollegen Egon Kapellari zurück, der in einem Hirtenbrief vor einer Kirchenspaltung durch die Pfarrerinitiative gewarnt hatte. „Ich sehe die Einheit der Kirche nicht in Gefahr“, sagte Schwarz in der Kärntner „Kleinen Zeitung“ (Samstag-Ausgabe). Nach der jüngsten Vollversammlung der Bischofskonferenz hatte es offiziell geheißen, sämtliche Bischöfe hätten sich hinter Kapellaris Hirtenbrief gestellt.

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