Westerwelle schaltet sich in Grass-Debatte ein

Berlin (APA/AFP/dpa) - Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich in die Debatte um das Israel-kritische Gedicht von Litera...

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Berlin (APA/AFP/dpa) - Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat sich in die Debatte um das Israel-kritische Gedicht von Literaturnobelpreisträger Günter Grass eingeschaltet. In einem Gastbeitrag für „Bild am Sonntag“ schrieb Westerwelle, Israel und den Iran auf die „gleiche moralische Stufe“ zu stellen, sei „nicht geistreich, sondern absurd.“ Es gebe „glaubhafte Hinweise auf eine mögliche militärische Dimension“ des iranischen Atomprogramms. Dieses werde von Teheran „ungeachtet aller internationaler Kritik“ vorangetrieben. „Iran verweigert völkerrechtswidrig seit Jahren umfassende Zusammenarbeit bei der Kontrolle seines Nuklearprogramms.“

„Denen, die das auch jüngst nicht wahrhaben wollten, sei gesagt: Das alles ist keine Spielwiese für Polemik, Ideologie und Vorurteile, sondern bitterer Ernst“, warnte Westerwelle. „Iran hat das Recht auf eine zivile Nutzung der Atomenergie. Es hat nicht das Recht auf atomare Bewaffnung. Wer die davon ausgehende Bedrohung verharmlost, verweigert sich der Realität“, so der Politiker.

Grass hatte mit seinem am Mittwoch veröffentlichten Gedicht „Was gesagt werden muss“ vor allem in Deutschland heftige Diskussionen ausgelöst. Er wirft Israel darin vor, mit seiner Iran-Politik den Weltfrieden zu gefährden. Insbesondere kritisierte Grass, dass sich die Atommacht Israel das Recht auf einen Erstschlag vorbehalte, um zu verhindern, dass Teheran an eine Atombombe gelangt. Westerwelle ist das erste Mitglied der deutschen Bundesregierung, sich zu dem Gedicht zu äußern.

Der Westen und Israel werfen dem Iran vor, heimlich am Bau von Nuklearwaffen zu arbeiten - Teheran weist dies zurück und pocht auf sein Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie. Die inoffizielle Atommacht Israel, die sich von Teheran in ihrer Existenz bedroht fühlt, erwägt seit Monaten einen Angriff auf die iranischen Atomanlagen. Dies löst auch in Israel Besorgnis vor einem Krieg in der Region aus.

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