Iran weist Forderungen des Westens vor Gesprächen zurück

Kommende Woche soll es ein Treffen des Irans mit den fünf UN-Vetomächten und Deutschland geben.

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Eine iranische Atomanlage in Isfahan.
© AFP

Washington – Vor den für Ende kommender Woche geplanten, neuen Atomgesprächen hat die iranische Führung Forderungen nach Schließung einer Atomanlage und einem Anreicherungsstopp für Uran zurückgewiesen. Solche Vorgaben seien nicht sinnvoll, sagte der Direktor der iranischen Atomenergiebehörde, Fereydoun Abbasi-Davani, am Sonntag nach Angaben der Agentur Isna. Präsident Mahmoud Ahmadinejad bekräftigte seine Position, wonach der Iran sich unter keinen Umständen von seinem zivilen Atomprogramm abbringen lasse.

„Unlogische“ Forderungen

Abbasi-Davani sprach von „unlogischen“ Forderungen. Der Iran werde nur so viel angereicherten Brennstoff produzieren, wie für „unseren Reaktor in Teheran und den zweiten Forschungsreaktor“ benötigt werde, den das Land noch errichten wolle.

Zwischen den Anlagen in Fordow (Fordo) und Natanz (Natans) gebe es „keinen Unterschied“, fügte Abbasi-Davani hinzu. Beide Anlagen seien „wegen des Risikos von Angriffen“ unterirdisch angelegt worden.

Neue Gesprächsrunde am Samstag in Istanbul

Der Westen will den Iran in dieser Woche bei den ersten Atomverhandlungen seit mehr als einem Jahr zuallererst zur Aufgabe der hochgradigen Urananreicherung drängen. Kurzfristige Priorität für die USA und ihre Verbündeten hätten ein Ende dieser Anreicherung sowie die Schließung der umstrittenen unterirdischen Anlage Fordow, sagte am Sonntag ein hochrangiger Mitarbeiter der US-Regierung der Nachrichtenagentur Reuters, nachdem es zuvor schon dahingehende Medienberichte darüber gegeben hatte.

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Die dritte Runde der Atomgespräche zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland finden am Samstag in Istanbul statt. Das teilte eine Sprecher der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton am Ostersonntag in Brüssel mit.

„Wir haben uns darauf verständigt, die Gespräche am 14. April in Istanbul beginnen zu lassen“, hieß es. „Wir hoffen, dass diese ersten Runde einen für konkrete Fortschritte förderlichen Rahmen bringt. Wir haben es natürlich auf einen nachhaltigen Prozess abgezielt.“

Netanyahu warnt vor Täuschungsmanövern

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hat vor Täuschungsmanövern Teherans bei den anstehenden internationalen Verhandlungen gewarnt. Netanyahu sagte am Sonntag bei einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Mario Monti, der Iran könne die Gespräche dazu missbrauchen, „Zeit zu schinden und zu täuschen“, wie die israelische Zeitung „Jerusalem Post“ in ihrer Online-Ausgabe berichtete.

Netanyahu nannte drei Forderungen für die Verhandlungen: Teheran müsse die Anreicherung von Uran stoppen, bereits angereichertes Uran beseitigen und die Anreicherungsanlage Fordo schließen.

Israel fühlt sich bedroht und erwägt Angriff

Mehrere westliche Regierungen - allen voran die USA - verdächtigen Teheran, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms am Bau einer Bombe zu arbeiten. Die iranische Führung bestreitet dies. Die USA und die Europäische Union wollen mit verschärften Sanktionen die Ölausfuhren des Iran beschneiden. Israel fühlt sich vom Iran in seiner Existenz bedroht und erwägt einen Angriff auf die Atomanlagen.

Die dritte Runde der Atomgespräche zwischen dem Iran und den fünf UNO-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland ist für Freitag und Samstag geplant. Zuletzt hatten auch die beiden übrigen UNO-Vetomächte Russland und China ihr „Bedauern“ darüber ausgedrückt, dass der Iran seine Uran-Anreicherung ausgebaut hat. (APA/AFP/Reuters/dpa)


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