Frankreich-Wahl - Spindelegger: Stimmen für Le Pen geben zu denken
Luxemburg/Berlin (APA) - Das überraschend starke Abschneiden der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen im ersten Durchgang der Präsidentsc...
Luxemburg/Berlin (APA) - Das überraschend starke Abschneiden der rechtsextremen Kandidatin Marine Le Pen im ersten Durchgang der Präsidentschaftswahl in Frankreich am gestrigen Sonntag hat am Tag danach am Rande auch die EU-Außenminister in Luxemburg beschäftigt. „Das ist eine große Unterstützerzahl für Le Pen, und das muss uns allen zu denken geben“, sagte Außenminister Michael Spindelegger (V) am Montag. „Aber die Wahlen sind damit wieder völlig offen aus meiner Sicht, nachdem sowohl Hollande als auch Sarkozy Kopf an Kopf liegen“, fügte der Vizekanzler hinzu.
Der britische Außenminister William Hague wollte den Ausgang des ersten Wahlganges nicht kommentieren. Die Wahl sei ausschließlich eine Angelegenheit der französischen Bevölkerung, sagte er.
Zwischenergebnissen nach Auszählung von mehr als 96 Prozent der Stimmen zufolge hat der Sozialist Francois Hollande die erste Wahlrunde am Sonntagabend mit 28,5 Prozent gewonnen. Der konservative Amtsinhaber Nicolas Sarkozy kam auf 27,1 Prozent. Auf Platz drei kam Le Pen von der rechtsextremen Front National (FN) mit 18,2 Prozent. Sarkozy und Hollande treten in zwei Wochen bei einer Stichwahl um das Präsidentenamt gegeneinander an.
Der Vorsitzende der deutschen Sozialdemokraten, Sigmar Gabriel, hatte den Ausgang des ersten Wahlgangs in Frankreich noch am Sonntagabend begrüßt. Ein sozialistischer Sieg in der Stichwahl in zwei Wochen „wäre ein wichtiges Signal für ganz Europa“, erklärte der SPD-Chef in Berlin laut Nachrichtenagentur dpa. „Hollandes Erfolg zeigt: Ein soziales, gerechtes Europa ist möglich.“ Die gesamte SPD drücke dem sozialistischen Präsidentschaftskandidaten die Daumen.