Großstädtische Herzstücke

Bei der zweiten Auflage von „Heart of Noise“ geht‘s laut und sphärisch zu.

Innsbruck –Geht‘s nach Chris Koubek und Stefan Meister, dann soll Innsbruck zwischen 31. Mai und 2. Juni wie Manchester klingen. Oder wie Berlin. Wie eine Großstadt also, deren Soundtrack nicht bloß auf Mainstream-Klängen basiert, sondern auch Mut zur Avantgarde beweist. „Heart of Noise“ soll‘s möglich machen – das Festival für allerneueste Musik feierte im Vorjahr seine erfolgreiche Premiere und wurde heuer sogleich ins Programm des Innsbrucker Sommers aufgenommen und zeitlich ausgedehnt.

Drei Tage werden an fünf verschiedenen Aufführungsorten Ausschnitte aus dem gegenwärtigen Musikgeschehen geboten. Doch beim Konzert- reigen allein bleibt‘s nicht – will sich „Heart of Noise“, das mit einem verhältnismäßig geringen Budget von 36.000 Euro auskommt, doch auch als Festival für aktuelle Kunst und Kultur verstanden wissen. Den Auftakt am 31. Mai bildet dabei ein Abend für audiovisuelle Musikkonzepte, der im großen Saal des Leo­kinos über die Bühne geht und vom belgischen Theaterkomponisten Kreng und dem britischen Hauntology-Pionier Leyland Kirby alias The Caretaker gestaltet wird. In der p.m.k. darf man sich unter anderem auf die finnische Technolegende Miko Vainio oder das nordenglische Duo Demdike Stare freuen, während die Orangerie von der Black-Metal-Kultband Wolfes in the throne room erobert wird. Zu hören gibt‘s dort aber auch die Auftragskomposition „2Bad“ von Bernhard Gander, die in Kooperation mit den Klangspuren Schwaz zustande gekommen ist.

In Zusammenarbeit mit den Architekturtagen wird im Waltherpark zudem ein Open Air auf die Beine gestellt, bei dem am 2. Juni ab 17 Uhr (und bei freiem Eintritt) sphärische Klänge durch Innsbruck geschickt werden. Abgeschlossen wird das Festival mit einer Elektronik-Nacht. Aufwärmen darf man sich schon heute: Ab 21 Uhr geben sich Barn Owl, Aun und Thisquietarmy in der p.m.k. die Ehre. (fach)