Andi sang „a Liad für di“

Mehr als 7000 Fans feierten Publikumsliebling Andreas Gabalier bei seinem Konzert am Sonntagabend in der Innsbrucker Olympiahalle.

Von Marco Witting

Innsbruck –Er singt a Liad für di. Egal ob sieben oder siebzig Jahre alt in der ersten Reihe. Egal ob für jene in Tracht oder Jeans, ob für die, die sich rausgeputzt haben, oder für jene, die „rein zufällig“ an Karten gekommen sind. Er singt für „sweet little Rehleins“ in ein Mikrofon, das einem Hirschgeweih gleicht, genauso wie für fesche Dirndln und schneidige Buam. Und er singt Volksmusik, Rock ‘n‘ Roll und Country in einem. Andreas Gabalier begeisterte am Sonntagabend über 7000 Fans in der Innsbrucker Olympia- halle mit dem, was er ist. Eine Mischung aus allem – für alle.

„Er ist a ehrlicher Typ, der ehrliche Musik macht“, schwärmte etwa Evelin aus Kufstein, die augenzwinkernd hinzufügte, dass es ihr der Hüftschwung des selbst ernannten Volks-Rock‘n‘Rollers angetan hat. Einen sexy Hintern habe er schon. Aber deshalb hat sie am Sonntagabend nicht das Dirndl angezogen und sich rausgeputzt. Das gehöre beim „Andi“ einfach dazu. Viele taten es ihr gleich und kamen in Lederhose und Tracht. Die Olympiahalle wurde kurzerhand zum Trachtenzelt umfunktioniert. Und egal wen man an diesem Abend auch über Gabalier fragte, die Worte „sympathisch, sexy­, Naturbursch und Heimat“ fielen dabei fast immer. Was den Erfolg von Gabalier ausmacht? Darüber waren sich auch die Fans unschlüssig. „Ein cooler Hund“ sei er halt, meinte Karl, der extra aus Salzburg angereist war. Eigentlich hätte die zweistündige Show ja im Congress stattfinden sollen. Doch der enorme Kartenandrang machte eine Verlegung in die größere Olympiahalle möglich und nötig. Und Gabalier ließ sich nicht lange bitten, stapfte mit Sonnenbrille und Ziehharmonika auf die Bühne und ließ es in der Krachledernen erstmal krachen. „Ich kenne eigentlich nur zwei, drei Lieder von ihm“, gestand Maria aus Innsbruck. „Aber die anderen gefallen mir auch gut.“

Der steirische Shootingstar zeigte sich in seinen gewohnten Posen und jeder Hüftschwung wurde vom weiblichen Teil des Publikums, sie machten in Innsbruck sicher über 70 Prozent aus, heftig bekreischt. „Andi, Andi“, riefen jene, die es in die erste Reihe geschafft hatten. Der Newcomer bedankte sich artig bei seinen Fans, ohne die „das alles gar nicht möglich“ gewesen wäre. Jubel. Und wieder Gekreische.

Die Fans lagen Gabalier in Innsbruck zu Füßen. Da macht es auch nichts, dass der Ton in der ersten Hälfte äußerst dumpf klang und dass Gabalier die Tiroler Landeshauptstadt kurzerhand mit München verwechselt. Ein Blick, ein Ton aus seinem Mund und schon war alles vergessen. Auch, dass der Steirer bei seiner zweiten Tourstation im Mittelteil auf eine etwas lähmende Anzahl von Balladen setzte und eine Pause den Fans den Schwung aus den Hüften nahm. Sobald Gabalier mit seiner spielfreudigen Band im Hintergrund Gas gab, war auch das vergessen. Und dann kam es. Das Lied. Sein Lied. Und der Kessel der Olympiahalle kocht fast über. „I sing a Liad für di.“ 7000 Fans zuckten aus. Standen Kopf. Starteten zwischen den Sitzplatzreihen eine Polonaise.

Am Ende riss sich nicht nur Gabalier das T-Shirt vom Leib. Ein paar Burschen taten es ihm gleich. Das Publikum kochte und wollte Gabalier gar nicht von der Bühne lassen. „So lässig“, schwärmten viele nach der zweistündigen Mischung aus Rock und Volksmusik, die einige Male zum Einheitsbrei verkam. Den Fans war das egal. Sie standen sich am Fanartikelstand für Gabaliers „Schneuztuch“ die Füße in den Bauch – beschwingt und begeistert vom Konzertabend. Schließlich hatte Gabalier gerade für sie alle „a Liad“ gesungen.