EURO 2012

EM-Spiele in Deutschland oder Österreich für UEFA kein Thema

Ein Boykott aufgrund der politischen Lage im Ausrichterland Ukraine sei ebenfalls kein Thema.

Berlin - Kein Boykott und keine Spielverlegungen - der Sport sieht derzeit keine Veranlassung, an der Austragung der Fußball-EM in der Ukraine zu rütteln. Die von einem deutschen Politiker angedachte Verlegung von Spielen nach Österreich oder Deutschland wies die UEFA als Veranstalter zurück. „Das bekäme man in so kurzer Zeit nicht hin“, erklärte UEFA-Turnierdirektor Martin Kallen in der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag-Ausgabe).

Der Innen- und Sportminister von Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht, hatte am Wochenende verlangt, einem Staat wie der Ukraine, „in dem rechtsstaatliche Grundsätze missachtet werden“, mit einer EM nicht die Plattform zu bieten, seine Missstände zu überdecken. „Man sollte überlegen, ob neben dem Austragungsort Polen nicht auch in Österreich oder Deutschland gespielt werden kann“, sagte Stahlknecht der „Mitteldeutschen Zeitung“.

Die UEFA will davon vorerst nichts wissen. Dabei wird wegen des umstrittenen Umgangs der ukrainischen Regierung mit der inhaftierten früheren Ministerpräsidentin Julia Timoschenko und seit den Bombenanschlägen am Freitag in Dnjepropetrowsk öffentlich darüber diskutiert, ob die EM (8. Juni bis 1. Juli) in dem osteuropäischen Land über die Bühne gehen soll.

„Wir beobachten die Situation ganz genau, jeden Tag“, versicherte Kallen. Derzeit gebe es keinen Grund für Änderungen. Der Schweizer, der schon bei der EURO 2008 in seinem Heimatland und in Österreich als Turnierchef fungiert hatte, erklärte die Sicherheit aber zu einem entscheidenden Punkt. „Wenn die Situation zu gefährlich wird, dann würde das nicht durchgeführt“, betonte Kallen. „Wir organisieren ein Fußball-Fest, und nichts anderes.“

Österreich und Deutschland sind als Alternativen derzeit aber kein Thema - obwohl in beiden Ländern mit der EM 2008 und davor der WM 2006 erst kürzlich große Turniere stattgefunden hätten und daher die Infrastruktur vorhanden sei, wie Stahlknecht betonte. Sollte eine EM - aus welchen Gründen auch immer - nicht durchführbar sein, gebe es laut Kallen nur eine Möglichkeit: „Dann müsste man an eine Verschiebung des Turniers denken, in ein anderes Jahr.“ (APA)