Protokoll eines Solokonzerts am Hauptbahnhof Innsbruck

Das Violin-Solokonzert um sieben Uhr morgens mit einer Spielzeit von insgesamt 43:57 Minuten begann um 6:58 Uhr. Was im Bahnhof geschah:

6:56 Uhr:

Konzertmeister Martin Yavryan kommt unten in der Bahnhofshalle an, zieht sich seinen schwarzen Mantel aus, klappt den Geigenkoffer auf. Drei ältere Nonnen - eine davon mit sportlichem Rucksack - schlendern gemächlich Richtung Zug vorbei.

Nachdem Yavryan zwecks Vorbildwirkung ein paar Münzen in seinem Geigenkoffer platziert hat, stimmt er die Violine. Ein Mann mit grüner Jacke und Regenschirm läuft an ihm vorbei zum Zug. Beim nur wenige Meter entfernten Fahrkartenautomaten scheint ein Pärchen darauf zu warten, dass das Konzert beginnt.

Yavryan startet mit Bachs Partita Solo Nr. II für Violine Solo. Alle vier Sätze, - Allemanda, Currente, Sarabanda, Giga und Ciaccona – stehen am Programm. Zeitgleich mit Konzertbeginn wird die Treppe zwischen den beiden Rolltreppen zu Reinigungszwecken gesperrt.