Innenpolitik

Lob und Tadel für Vorstoß, die Ferien der Lehrer zu kappen

Die Reaktionen nach dem Vorstoß von Landeshauptfrau Burgstaller, die Ferien für Lehrer drastisch zu kürzen, ließen nicht lange auf sich warten.

Wien, Salzburg –Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) hat für ihren Vorstoß für eine Urlaubskürzung bei den Lehrern Unterstützung vom BZÖ und der FPK bekommen. Kritik kam von den Grünen. Das komme seinen Vorstellungen sehr nahe, sagte BZÖ-Chef Josef Bucher bei einer Pressekonferenz am 1. Mai. Lehrer sollten in der schulfreien Zeit Schülern Förderunterricht geben und keine private Nachhilfe. Auch Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) zeigte sich erfreut über die aktuelle Stellungnahme seiner Salzburger Kollegin.

„Es ist höchst an der Zeit, dass im Rahmen einer flächendeckenden Ganztagsschule für die Aufgaben der Sommerkinderbetreuung auch für Lehrer die gleichen Spielregeln gelten müssen wie für jeden anderen Arbeitnehmer in Österreich“, erklärt Dörfler.

Es führe an der flächendeckenden Ganztagsschule und an entsprechenden Bildungsferienangeboten kein Weg mehr vorbei. „Ich vertrete mit Gabi Burgstaller eine gemeinsame Linie. Das Leh­rerdienstrecht muss dahingehend geändert werden, dass auch Lehrer zur Bildungszukunft ihren Beitrag zu leisten haben“, so Dörfler.

Gerade am Tag der Arbeit müsse klar sein, dass Arbeitsrechte und Arbeitspflichten nicht einseitig Leistungsträgern zugeordnet werden können. „Arbeitszeiten und Urlaubsrechte müssen in allen Bereichen der Arbeitswelt gleich gelten“, so der Kärntner Landeshauptmann.

Der Bildungssprecher der Grünen im Nationalrat, Harald Walser, zeigte sich dagegen wenig begeistert von Burgstallers Vorstoß. „Es ist kontraproduktiv, wenn Vertreterinnen und Vertreter der Koalitionsparteien in Sachen Lehrerdienstrecht jede Woche eine andere Sau durchs Dorf treiben. Das ist populistisch und unterstellt, dass Lehrkräfte derzeit zu wenig arbeiten.“ Man könne zwar über die Ferienregelung nachdenken, Walser sprach sich aber dagegen aus, dass immer nur ein Aspekt aus der komplexen Materie herausgegriffen werde. Er fordert daher Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) auf, endlich die Eckpunkte des geplanten neuen Dienstrechts offenzulegen. (APA, TT)

Verwandte Themen