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Eine Hommage an Jeanine Meerapfel, ein Besuch von Xiaolu Guo. Das 21. Innsbrucker Filmfestival verknüpft nicht nur Argentinien mit China.

Innsbruck –Die deutsch-argentinische Regisseurin Jeanine Meerapfel ist heuer bereits zum dritten Mal Gast beim Innsbrucker Filmfestival (IFFI). Heuer bekommt sie den Ehrenpreis für ihr Gesamtwerk. Es werden sechs ihrer Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt, darunter „La Amiga“ mit Liv Ullmann und „Amigomìo“ mit Mario Adorf. Jeanine Meerapfel wird ihre Filme bei den Vorführungen kommentieren, kündigte Festivaldirektor Helmut Groschup bei der gestrigen Pressekonferenz an. Der internationale Spielfilm-Wettbewerb und der Dokumentarfilmwettbewerb, der Südwind-Filmpreis und der Publikumspreis, Filmschaffen in Algerien, am Mittelmeer, Balkan, Kurzfilme und mehr: Das 21. Internationale Filmfestival Innsbruck ist reich an Schwerpunkten und spielt sich vom 5. bis 10. Juni im Leokino, Treibhaus und Cinematograph ab. Wie in den vergangenen Jahren arbeiten Groschup und sein Team mit dem Französischen Kulturinstitut, dem Italienzentrum und dem Institut für Komparatistik zusammen.

Wenn Festivalchef Groschup durchs Programm streift, dann ist es auch ein Ernten nach über 20 Jahren, in denen Netzwerke geknüpft und gefestigt wurden. Auf ein Treffen in Bozen mit der italienischen Filmemacherin Giovanna Taviani ist etwa der diesjährige Schwerpunkt Mittelmeer zurückzuführen. Von Taviani, die ebenfalls das Festival besucht, stammt der Eröffnungsfilm „Fughe e approdi“. Ihre Dokumentation handelt von den Äolischen und Liparischen Inseln nördlich von Sizilien, die zur Kulisse bewegender Filme wurden. Darunter auch „Il Postino“ von Antonio Skar-meta und Michael Radford. In die Geschichten der Inselbewohner fließen Filmausschnitte ein. Alle Filme, die in dieser Geschichte über das Kino vorkommen, werden beim Festival gezeigt. Ein weiterer Höhepunkt könnte das Treffen mit der chinesisch-britischen Autorin und Filmemacherin Xiaolu Guo werden. Ihr neuer Film „UFO in her eyes“, der auf ihrem gleichnamigen Roman basiert, ist im Rennen um den Innsbrucker Filmpreis. Das IFFI soll heuer auch Gelegenheit bieten, über die „Verwertbarkeit“ von Kurzfilmen außerhalb von Festivals zu diskutieren. Nicht zuletzt feiern die Tiroler Filmemacher Daniel Jarosch und Falko Purner mit ihrer Dokumentation „Bom Dia Inhambane“ Europapremiere.

„Das Festival soll den Horizont der Menschen erweitern und Tiroler Filmemacher fördern“, sagte Groschup. Das Filmfestival budgetiert mit knapp 120.000 Euro. Groschup beschwert sich nicht, doch meint er: „Ein Filmfestival, das den Namen der Stadt trägt, sollte eigentlich nicht gefördert, sondern finanziert werden.“ Anlässlich der geschlagenen Innsbruck-Wahl fordert der Festivalleiter von der Politik Akzente statt Gießkannenprinzip. (sst)