WHO-Studie

Gesundheit der Jugend hängt - laut WHO - vom Wohlstand ab

Soziale Ungerechtigkeiten sorgen auch bei der Gesundheit der Jugend für eine ungleiche Verteilung. In Europa und Nordamerika sind junge Menschen nicht so gesund, wie sie sein könnten.

Wien - Was die Erwachsenen trifft, trifft auch die Heranwachsenden: Aufgrund weitverbreiteter sozialer Ungleichheiten sind viele junge Menschen in den Ländern der Europäischen Region der WHO sowie in Nordamerika nicht so gesund wie sie sein könnten.

Zu diesem Ergebnis kommt ein am Mittwoch in Edinburgh veröffentlichter Bericht zur Studie über das Gesundheitsverhalten von Kindern im Schulpflicht-Alter.

Grundstein für gesundes Leben

„Das Jugendalter ist eine entscheidende Lebensphase, in der die jungen Menschen den Grundstein für mehr oder weniger Gesundheit im Erwachsenenalter legen“, sagte Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa.

„Der Bericht verdeutlicht, dass die Situation in der Europäischen Region insofern nicht gerecht ist, als Gesundheit durch Alter, Geschlecht, geografische Lage und Wohlstandsniveau der Familie maßgeblich geprägt wird. Aber es muss nicht so sein. Mit diesem Bericht erhalten politische Entscheidungsträger die Gelegenheit, sich für die Gesundheit der nächsten Generation einzusetzen“, fügte sie hinzu.

200.000 Kinder nahmen an der Studie teil

Die sogenannte HBSC-Studie wurde 2009/2010 in 39 Staaten der WHO-Region Europas und in Nordamerika durchgeführt. Sie umfasste rund 200.000 Kinder und Jugendliche im Alter von elf, 13 und 15 Jahren.

Aus dem Bericht geht hervor, dass es beträchtliche Ungleichheiten zwischen den einzelnen Ländern gibt. So lagen etwa die Raten für Übergewicht und Adipositas für elfjährigen Mädchen zwischen 30 Prozent in den Vereinigten Staaten und 20 Prozent in Portugal bzw. fünf Prozent in der Schweiz.

Jeder vierte 15-Jährige raucht in Österreich

Der Anteil der jugendlichen Raucher, der unter den Elfjährigen noch weitgehend gleich ist (unter ein Prozent), entwickelt sich bis zum Alter von 15 Jahren je nach Land äußerst unterschiedlich und beträgt in Österreich und Litauen über 25 Prozent, in Norwegen und Portugal dagegen nur zehn Prozent.

In Österreich liegt das größte Problem laut der Studie beim Rauchen und beim Alkohol- das aber abseits von „Spitzenrängen“ wie noch vor vier Jahren. Insgesamt sind die heimischen Kinder und Jugendlichen bezüglich ihres Risikoverhaltens in Sachen Gesundheit mittlerweile wesentlich besser als ihr Ruf aus einige Jahre zurück liegenden Erhebungen. (APA)

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