„Feuerwehrbezirk leistet unbezahlbare Dienste“

Bezirksverband zog Bilanz, Kommandant Mayer zeigt einen brisanten Kostenvergleich zwischen Profi- und Freiwilliger Feuerwehr auf.

Fließ –Der Feuerwehrbezirk Landeck ist weiterhin bestens aufgestellt, wie bei der Generalversammlung kürzlich in Fließ zu hören war. Fast sieben Prozent des 43.000 Einwohner zählenden Bezirks sind aktive Mitglieder bei einer der insgesamt 35 Feuerwehren. Jährlich rücken rund 40 Burschen oder Mädchen von der Jugendfeuerwehr in den Aktivdienst auf.

Dass die freiwilligen Leistungen der derzeit 2665-köpfigen Bezirkstruppe unbezahlbar sind, hat Kommandant Herbert Mayer an einem Fallbeispiel aufgezeigt: „Müsste man eine neunköpfige Profi-Truppe bezahlen, die an 365 Tagen rund um die Uhr einsatzbereit ist, so fielen Kosten von 2,2 Mio. Euro an.“ Um die Dienste im Ausmaß von 78.840 Stunden abzudecken, wären 48 Mann nötig, erläuterte Mayer. Im Vergleich dazu liege das aktuelle Jahresbudget aller freiwilligen Löschtrupps von St. Anton bis Nauders und Schönwies bei rund 2,46 Mio. Euro.

Zum Hintergrund dieser Vergleichsrechnung erklärte der Bezirkskommandant: „Immer wieder sind Stimmen zu hören, die eine Profi-Feuerwehrtruppe fordern.“

Landecks Stadtfeuerwehrkommandant Reinhold Greuter weiß: „Es gibt in Tirol bereits einige Feuerwehren in vergleichbarer Größe, die bezahlte Funktionäre bzw. Mitarbeiter haben. Unsere Stadtfeuerwehr macht hingegen alles ehrenamtlich.“ Auch Bezirkshauptmann Markus Maaß hob hervor: „Unser Feuerwehrbezirk leistet unbezahlbare Dienste.“

In der Feuerwehrbilanz 2011, vorgetragen von Bezirksinspektor Othmar Weiskopf, scheinen 119 Brandeinsätze auf, ein Minus von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der folgenschwerste Brand war am 3. Jänner in Nauders, die Schadenssumme lag bei 142.000 Euro. Demgegenüber gab es einen deutlichen Anstieg bei den so genannten technischen Einsätzen: 403 Ausrückungen bedeuten ein Plus von 25 Prozent. Zudem scheinen 195 Fehlalarme auf – ein leicht rückläufiger Wert. „Die verstärkten Kontrollen der BH Landeck in den Betrieben greifen“, stellte Weiskopf fest. Rekordverdächtig sind jedoch die 110 „Wespeneinsätze“.

In den Ruhestand verabschiedet hat sich der stellvertretende Bezirkskommandant Albert Praxmarer. „Er ist seit 1965 Feuerwehrmann und zählt zu den verdientesten Funktionären im Bezirk“, weiß Mayer. In die Führungsriege nachgerückt ist Hermann Wolf aus Pians.