Falschgeld

Fast perfekte Euro-Blüten bereiten EZB Kopfzerbrechen

Die Herstellung von Falschgeld vor allem durch die Camorra in Italien boomt derzeit. Mittlerweile sind ihre Methoden so ausgereift, dass die Scheine kaum noch von den echten zu unterscheiden sind.

Rom - In Italien boomen derzeit Blütenwerkstätten der Mafia, die jetzt sogar die Europäische Zentralbank (EZB) in Schwierigkeiten bringen. Rund um die Gemeinde Giugliano nördlich von Neapel befindet sich die höchste Konzentration von Falschgeldwerkstätten in Europa. Dagegen will die Regierung Monti jetzt scharf vorgehen, berichten italienische Medien.

Mehr als die Hälfte der gefälschten Euro-Banknoten, die in den 17 Ländern des Euro-Raums im Umlauf sind, stammen aus dieser von der Camorra kontrollierten Region. Die Fälscher hätten bei der Entwicklung moderner Reproduktionstechniken ein derart hohes Niveau erreicht, das sie „nahezu perfekte“ Blüten herstellen, klagen Experten.

Dieser Umstand sorgt nun auch bei der Europäischen Zentralbank (EZB) für Kopfzerbrechen. Überprüft werden in Rom jetzt Methoden, um Fälschern das Leben schwerer zu machen. Die Blüten-Macher aus dem Raum Giugliano gelten europaweit als die erfahrensten Spezialisten bei der Produktion von Matrizen zur Herstellung von Euro-Falschgeld. Sie können mit größter Genauigkeit jene Sicherheitselemente nachahmen, die die EZB als Garantie für die Echtheit der Scheine einbaut.

Internationale Sicherheitsexperten warnen bereits seit längerem vor den Aktivitäten der Mafia mit Blick auf Blüten. Die „Paten“ in Italien hätten bereits Millionen von gefälschten Euro-Scheinen gedruckt, die sie vor allem in Nordafrika, Kolumbien und im Nahost in Umlauf bringen. (APA)

Verwandte Themen