Laut Gutachten:

Listerien-Quargel sieben Mal mitverantwortlich für den Tod

Tödlicher Quargel: Immer noch wird in Sachen Listerien ermittelt. Ein Gutachten sieht nun eine Mitverantwortung für den Tod von sieben Menschen.

Hartberg - Nach mehr als zwei Jahren ist der Skandal rund um einen im steirischen Hartberg produzierten Quargel, der mit Listerien verseucht war, noch immer im Status der Ermittlungen. Ein medizinisches Gutachten hat nun ergeben, dass bei sieben Personen die Listeriose mitverantwortlich für den Tod war. Damit sei die Voraussetzung für eine Anklage wegen fahrlässiger Gemeingefährdung mit Todesfolge gegeben.

Dies erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz, Hansjörg Bacher, am Mittwoch gegenüber der APA. Acht Menschen in Österreich und Deutschland waren Anfang des Jahres 2010 nach dem Konsum des Käses gestorben. Seither ermittelt die Staatsanwaltschaft und in deren Auftrag das Landeskriminalamt Hersteller, Mitarbeiter und Behörden.

Fehler bei der Kontrolle?

Bevor über eine Anklage entschieden werde, müsse nun noch geprüft werden, ob Organen der Landessanitätsdirektion Steiermark möglicherweise Fehler bei der Kontrolle des Betriebs unterlaufen sind, so Bacher. Im Raum stehe die Akzeptanz von zu hohen Grenzwerten. Im Sommer sollen diese Ermittlungen abgeschlossen sein.

Nicht erhärtet habe sich der Verdacht gegen Organe des Bundesministeriums für Gesundheit. Weiterhin verdächtigt werden aber fünf Mitarbeiter des oststeirischen Käseerzeugers Prolactal.

Schon vor dem abschließenden Gutachten haben Sachverständige Mängel im Qualitätsmanagement und nicht rechtzeitig getroffene Maßnahmen zur Behebung des Problems festgestellt - insbesondere bei der Prüfung des Mindesthaltbarkeitsdatums der zu verarbeitenden Rohstoffe. Außerdem seien Probeziehungen nicht ordnungsgemäß erfolgt und Produktionsstopp sowie Rückholung nicht rechtzeitig veranlasst. Zudem seien die Verantwortlichen „offensichtlich von einer falschen Toleranzgrenze“ ausgegangen, hieß es seitens der Anklagebehörde.

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