Lehrerdienstrecht

Der Job des Lehrers, ein Konfliktherd

Heute steigt das Ministerinnentrio Schmied, Heinisch-Hosek und Fekter in die Verhandlungen um ein neues Lehrerdienstrecht ein: Die Gewerkschaft warnt die Regierung vor einem Lehrersparpaket.

Wien –Heute beginnen die Verhandlungen zwischen Lehrergewerkschaft und dem Ministerinnentrio Unterrichtsministerin Claudia Schmied, Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) sowie Finanzministerin Maria Fekter (VP) zum neuen Dienstrecht für die Lehrer. Der Auftakt wurde durch die Forderung von Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) gestört. Sie fordert für Lehrer nur noch fünf Wochen Urlaub. Schmied wollte diese Idee ihrer Parteifreundin am Mittwoch nicht kommentieren. Im Vorfeld der Verhandlungen versuchte Schmied auch der Position der Gewerkschaft Verständnis entgegenzubringen. So sagte sie am Rande des Ministerrates, dass sie es nachvollziehen könne, wenn die Gewerkschaft mehr Arbeit bei gleichbleibendem Lohn ablehne. „Dass die Interessenvertretung das sagen ‚muss‘, ist für mich nachvollziehbar.“ Die Regierung will, dass die Lehrer künftig mehr Zeit mit den Schülern verbringen. Zudem soll die Lehrerarbeit neu definiert und um jene Einsatzbereiche erweitert werden, die neben Unterricht, Vor- und Nachbereitung zu den Aufgaben gehören (Elternarbeit, Schulentwicklung, Team-Teaching, Mentoring etc.)

Heinisch-Hosek sprach sich für rasche Verhandlungen aus. Man werde ein Angebot legen, das höhere Einstiegsgehälter vorsieht, dazu müsste die Gewerkschaft erst einmal Nein sagen. Die Beamtenministerin hofft auf ein gutes Verhandlungsklima mit der Gewerkschaft.

Geht es nach der VP-dominierten Lehrergewerkschaft, wird der Einstieg des Ministerinnentrios in die Dienstrechtsverhandlungen unspektakulär verlaufen: „Es wird uns nur ein Papier überreicht“, meint Paul Kimberger (FCG), Vorsitzender der ARGE Lehrer in der Gewerkschaft. Die Gewerkschaft selbst werde keine Vorschläge bringen. Generell sei er, Kimberger, gerne bereit, über „vernünftige Vorschläge“ zu verhandeln. „Worüber ich nicht verhandeln werde, ist ein Lehrersparpaket.“ Darunter fiele etwa der Vorschlag von Salzburgs Landeshauptfrau Burgstaller. „Es beginnt gerade wieder ein Lehrer-Bashing“, sagt auch Eckehard Quin (FCG), Vertreter der AHS-Lehrer.

Schmied sprach sich unter anderem für mehr Unterstützungspersonal – etwa für Sozialarbeit oder in der Administration – für die Schulen aus. Quin zeigt sich ob dieses Vorschlags skeptisch. „Da müsste die Regierung ganz massiv ihren bisherigen Kurs vom Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst verlassen“, sagte Quin.

Die seit Jahren angekündigte Reform des Lehrerdienstrechts soll erstmals seit 1948 ein gemeinsames Dienstrecht für Bundes- und Landeslehrer bringen. Ursprünglich als Provisorium bis zu einer endgültigen Regelung gedacht, wurde die Unterteilung zur Ursache eines ewigen Streits zwischen Bund und den Bundesländern.

Rund 77.000 Pädagogen, die an den Volks-, Haupt-, Sonder-, Polytechnischen und Berufsschulen unterrichten, sind Landeslehrer. Ihr Dienstgeber ist das jeweilige Land – bezahlt werden sie fast vollständig vom Bund. Derzeit verdienen Landeslehrer, die an den Pädagogischen Hochschulen ausgebildet werden, im Durchschnitt rund 15 Prozent weniger als die Bundeslehrer mit einem Universitätsabschluss. (TT)

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