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Deutsche Metaller verschärfen Warnstreiks

Seit Mittwoch rollt die erste große Warnstreikwelle im Metall-Tarifkonflikt durch Deutschland. Tausende Mitarbeiter in mehreren Bundesländern legten ihre Arbeit nieder. Weitere Aktionen sollten im Laufe des Tages folgen. Betroffen von den Ausständen waren unter anderem Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Niedersachsen und Hessen. Ein Schwerpunkt ist die Autobranche.

Im Düsseldorfer Daimler-Werk ließen in der Früh etwa 800 Arbeiter der Frühschicht für eine Stunde ihre Arbeit ruhen. Außerdem waren in dem Bundesland Aktionen in Betrieben in Königswinter, Bad Honnef und Eitorf sowie ein Sternmarsch in Lohmar geplant. IG-Metall-Bezirksleiter für NRW, Oliver Burkhard, sagte laut Mitteilung: „Unsere Geduld ist zu Ende! (...) Wenn sich die Arbeitgeber nicht endlich in Bewegung setzen, dann sind die heute beginnenden Warnstreiks nur der Anfang. Wir sind bereit für Streit.“

Mit der Ausweitung der Warnstreiks verschärft die IG Metall die Gangart in dem Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie. Der Auftakt am vergangenen Wochenende nach Ende der Friedenspflicht am 28. April hatte sich meist auf kleinere Betriebe beschränkt. Am Donnerstag sollen nun weitere Proteste folgen.

Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit rund 3,6 Millionen Beschäftigten der Branche 6,5 Prozent mehr Geld für zwölf Monate sowie mehr Mitbestimmung bei Leiharbeit und die unbefristete Übernahme von Lehrlingen. Die Arbeitgeber bieten bisher 3 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 14 Monaten, lehnen die übrigen Forderungen bisher aber ab.

Wenn es bis Pfingsten keine Lösung im Tarifkonflikt gebe, werde es zu Urabstimmung und Streiks kommen, hatte IG-Metall-Chef Berthold Huber zuletzt angekündigt. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 8. Mai in Baden-Württemberg angesetzt.

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