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AK Tirol hilft die Kaution zurückzubekommen

Innsbruck – Oft sträuben sich Vermieter mit fadenscheinigen Argumenten, die Kaution zurückzuzahlen, so die AK Tirol aufgrund ihrer Beratungs...

Innsbruck –Oft sträuben sich Vermieter mit fadenscheinigen Argumenten, die Kaution zurückzuzahlen, so die AK Tirol aufgrund ihrer Beratungspraxis. Dabei gilt: Ist die Wohnung in Ordnung und besteht kein Mietzinsrückstand, muss dem Mieter die Kaution samt Zinsen unverzüglich zurückbezahlt werden. Ein neues AK-Merkblatt hilft.

Mieter müssen dann eine Kaution hinterlegen, wenn dies im Mietvertrag ausdrücklich vereinbart wurde. Die Kaution dient dem Vermieter als Sicherstellung für allfällige, vom Mieter zu vertretende Beschädigungen am Mietgegenstand oder Mietzinsrückstände bei Beendigung des Mietverhältnisses.

Bei der Kautionshöhe sind bis zu sechs Monatsmieten inklusive Betriebskosten und Umsatzsteuer erlaubt. Üblich sind drei Bruttomonatsmieten. Eine bar hinterlegte Kaution muss vom Vermieter insolvenzsicher auf einem Sparbuch mit branchen-üblichen Zinsen veranlagt werden.

„Der Vermieter muss dem Mieter die Kaution samt Zinsen unverzüglich nach Ende des Mietverhältnisses und Rückstellung der Wohnung zurückzahlen“, unterstreicht die AK. Dies aber nur, soweit die Kaution nicht für berechtigte Forderungen des Vermieters aus dem Mietverhältnis herangezogen wird. Die Rückzahlungspflicht besteht also nur insoweit, als dem Vermieter bei Ende des Mietvertrages aus dem Mietverhältnis keine Forderungen gegen den Mieter zustehen.

Unverzüglich bedeutet nicht, dass der Vermieter die Kaution bei Schlüsselübergabe zurückzahlen muss. Dem Vermieter wird eine angemessene Frist von ein bis zwei Tagen zur Besichtigung der Mietwohnung und Feststellung allfälliger Schäden zugestanden. Dann muss die Kaution ausbezahlt werden, wenn keine berechtigten Forderungen bestehen.

Allzu oft versuchen Vermieter laut AK, die Kaution wegen angeblich vorhandener Beschädigungen nicht zurückzugeben. Typische Streitpunkte sind Kratzer im Parkettboden, Sprünge in der Badewanne, der Dusche oder dem Waschbecken, Schäden an Türen und Fenstern, Bohrlöcher oder die Funktionsfähigkeit elektrischer Geräte und der Heizung. Hier gilt: Für eine gewöhnliche Abnützung haftet der Mieter nicht. Dafür erhält der Vermieter den Mietzins. Die AK rät: Wer seine Kaution in voller Höhe wiederhaben will, beugt mit einfachen Mitteln vor: Sowohl bei Mietbeginn als auch bei Rückgabe sollte der genaue Zustand der Mietwohnung festgehalten werden. Mit Fotos und einem Übergabeprotokoll, in dem sämtliche Schäden aufgelistet sind. Weitere Infos im Merkblatt unter: www.ak-tirol.com. (TT)

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