Abschlag mit künstlicher Bandscheibe

Schmerz lass nach: Nach einer Operation im Herbst und monatelanger Aufbauarbeit will der Kitzbüheler Golf-Profi Thomas Feyrsinger die Ernte der Plagerei einfahren – nächste Woche legt er in Madeira los.

Von Max Ischia

Innsbruck –Vom lästigen Heuschnupfen einmal abgesehen, plagt sich Thomas Feyrsinger dieser Tage mit einer entzündeten Patella- und Bizepssehne herum. Kaum der Rede wert, wie er sagt, und der Kitzbüheler Golf-Profi bezieht sich dabei auf jenes Martyrium, welches er im Herbst durchlitten hatte. Unmenschliche Schmerzen bei einem Turnier in Moskau entpuppten sich als schwerer Bandscheibenvorfall. Bevor sich der 35-Jährige am 26. September im Wiener Otto-Wagner-Spital auf den Operationstisch von Chirurg Roland Sabitzer legte, hatte seine rechte Körperhälfte die Dienste versagt – halbseitige Lähmung. „Ich konnte vier Tage am Stück nicht schlafen und die Schmerzen haben wir nur mit Opiaten einigermaßen in den Griff bekommen.“

Beim chirurgischen Eingriff wurde zwischen die beiden lädierten Halswirbel (C6, C7) eine so genannte Titan Mobile Disc gesetzt. Feyrsinger, der sein Herz auf der Zunge trägt, verglich es mit einer Prinzenrolle. „Nur viereckig halt und statt dem Keks gab es Titan und statt der Schokofüllung eine silikonähnliche Masse.“

Der Eingriff war durchaus heikel, schließlich erfolgte er in unmittelbare Nähe des Nervenkanals. „Als ich aus der Narkose aufgewacht bin, habe ich nur vorsichtig meine Finger bewegt. Für die Beine hat mir vorerst der Mut gefehlt“, erinnert er sich an jene bangen Momente, ehe seitens des Chirurgen die Entwarnung kam. „Alles okay.“

Vier Tage später war „Feyrl“ bereits wieder auf den Beinen, von einer vollständigen Genesung konnte aber nicht die Rede sein. „Durch die tagelange Lähmung habe ich 80, nein 85, nein 90 Prozent meines Bizeps, Trizeps und Latissimus eingebüßt. Selbst die einfachsten Übungen wurden zum Kraftakt, bis heute wird ein Teil seiner Brustmuskulatur nicht richtig angesteuert, wie er sagt. „Ich bin noch nicht hundertprozentig da, aber ich bin auf einem guten Weg“, versichert er und unterstrich seine Einschätzung vor zwei Wochen eindrucksvoll. Beim Business-ProAm auf der 18-Loch-Anlage des GC Murhof glänzte er mit einer 64er-Runde – Platzrekord.

Das macht Hoffnung für die anstehenden Aufgaben in Madeira (European Tour), die Gösser Open in Lankovits (Alps Tour) und ein Challenger-Turnier in Belgien. Die Lust aufs Spielen ist jedenfalls enorm, „nach den Wochen und Monaten der harten Arbeit wird es endlich Zeit für Turniere“.

Bereits im März hatte er beim Challenger-Turnier in Kenia ein vielversprechendes Comeback gefeiert. „Auch wenn ich mich nicht sonderlich wohl gefühlt und reihenweise Putts versemmelt habe, schaffte ich den Cut recht locker.“ Inzwischen sei er so weit, dass er etwaige Fehlschläge nicht mehr auf die Vergangenheit schieben will. „Ich bin schmerzfrei und guter Dinge“, sagt einer, dem zumindest im November ein nächster Höhepunkt ins Haus steht. Dann, wenn der Jung-Papa (Töchterchen Ann-Sophie, 1 Jahr) und seine Gattin Claudia ihr zweites Kind erwarten.