Gesundheit

Fiebriges Andenken im Gepäck

Safari in Afrika oder Sightseeing in Bangkok – der Reisedurst der Tiroler ist nach wie vor ungestillt. Nur die wenigsten Urlauber sind sich aber der Krankheiten bewusst, die in tropischen Regionen drohen.

Von Miriam Hotter

Innsbruck –Je weiter die Reise­ geht, desto mehr Eindrücke nimmt man mit nach Hause. In manchen Fällen auch ein Reisesouvenir, auf das man gern verzichtet hätte: eine Tropenkrankheit.

„Eine der häufigsten Tropen­krankheiten, die unter anderem Tiroler Urlauber mit im Gepäck haben, ist das Denguefieber, eine von Tigermücken übertragene Virus­infektion“, weiß Anton Petter, Reisemediziner in Innsbruck. Schätzungen zufolge infizieren sich jährlich etwa 100 Österreicher mit Denguefieber. Eine davon war im Jahr 2006 Martina Usel, eine Studentin aus Kematen. „Nachdem ich von meiner Reise durch Mexiko wieder zu Hause war, bekam ich plötzlich 40 Grad Fieber“, erzählt die 26-Jährige. Als die Diagnose feststand, musste sie acht Tage lang im Krankenhaus in Innsbruck behandelt werden. „Ich habe wegen des hohen Fiebers sogar­ halluziniert“, sagt sie.

Für das Denguefieber gibt es keine spezielle Therapie, daher verläuft die Behandlung den Beschwerden angepasst. Neben Fieber leiden die Patienten an Gliederschmerzen und grippeähnlichen Zuständen. Die meisten Ärzte verordnen Bettruhe, viel Flüssigkeit und fiebersenkende Medikamente. Im Normalfall klingen die Symptome nach etwa acht Tagen wieder ab – so auch bei der Studentin.

Plötzliches Fieber ist besonders nach Reisen in die Tropen auch ein Warnsignal für Malaria. So wie die Symptome sind hier auch die Überträger diesselben, nämlich Insekten – bei Malaria ist es die weibliche Anopheles-Mücke. Nach Angaben der WHO sind im Jahr 2010 weltweit ungefähr eine halbe Million Menschen an Malaria gestorben. Für Tirol und Österreich hat Herwig Kollaritsch von der Österreichischen Gesellschaft für Reisemedizin hingegen Positives zu berichten. „Die Zahl der Malariafälle hat sich in den letzten zehn Jahren halbiert. Wir haben jährlich etwa 50 solcher Patienten in Österreich.“ Die Inkubations­zeit, die Dauer zwischen Infektion und Auftreten der ersten Symptome, beträgt vier Wochen. „Wenn sich die Urlauber beim Verdacht auf Malaria gleich untersuchen lassen, besteht eine sehr gute Heilungschance. 90 Prozent der an Malaria Erkrankten kommen aus Schwarzafrika zurück“, meint Kollaritsch.

Die häufigste Ursache von unklarem Fieber bei Tropenrückkehrern ist aber weit vertrauter: etwa die Nasennebenhöhlenentzündung und andere Atemwegsinfektionen, denen oft ein Schnupfen vorausgeht. Nur selten leiden Reiserückkehrer laut Petter an einer Tropenkrankheit.

Die beste Vorsichtsmaßnahme ist immer noch, sich gegen die Mücken zu schützen­ – durch Moskitonetze, Kleidung und tropentaugliche Sprays.

Um den Bakterien und Viren­ erst gar keine Chance zu geben, lassen sich etwa 50 Prozent der Österreicher vor Reise­antritt impfen. Die Kosten­ für Tropenimpfungen­ werden jedoch von den Krankenkassen nicht übernommen­. Je nach Vorimpfungen, Reiseziel und Reisestil sind schnell Kosten zwischen 150 und 500 Euro erreicht, meint der Reisemediziner.

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