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Simon-Nachfahren kritisieren Schrei-Versteigerung

Die Nachfahren des jüdischen Kunstsammlers Hugo Simon kritisieren die am Mittwoch erfolgende Versteigerung von Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“. Rafael Cardoso - ein Urenkel des Sammlers, der in Brasilien lebt - sagte der Tageszeitung „Die Welt“: „Wir sind mit dem Verkauf nicht einverstanden.“ Sein Vorfahr sei in der Nazi-Zeit aus Deutschland geflohen und habe das Bild im Exil aus Not verkauft.

„Wir meinen, es ist eine wichtige moralische Angelegenheit, die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren.“ Laut „Welt“ sind Cardoso, seine Mutter und sein Bruder die einzigen lebenden Nachfahren des Sammlers.

„Es ist offensichtlich, dass Hugo Simon dieses Gemälde unter Zwang verkauft hat, vermutlich unter Wert“, sagte Cardoso der „Welt“. „Sicher wurde jeder Vermögensgegenstand, den er in diesen Jahren verkaufte, verkauft, um zu überleben.“ Cardoso sagt, Sotheby‘s und der jetzige Eigentümer Petter Olsen, dessen Familie um 1937 an das Bild kam, seien sich über die fragwürdige Herkunft des Bildes im Klaren. Olsens Anwälte hätten ihm und seinen Verwandten angeboten, 250.000 US-Dollar für einen gemeinnützigen Zweck zu spenden, wenn sie der Versteigerung zustimmten. „Wenn sie keine ethischen Bedenken hatten, warum kamen sie überhaupt mit dem Angebot?“

Der norwegische Industrielle Olsen will die einzige in Privatbesitz befindliche Version von Munchs „Schrei“ an diesem Mittwoch (Ortszeit) bei Sotheby‘s in New York versteigern. Dabei könnte ein neuer Rekordpreis erzielt werden. Drei weitere „Schrei“-Versionen hängen in Museen in Norwegen.

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