Landespolitik

Mobile Hilfe für demente Senioren

Psychiatrische Alterskrankheiten werden künftig stark steigen. Die mobile Pflege wird vom Land jetzt auf neue Beine gestellt.

Innsbruck, Hall –Diagnose Demenz. Für viele Menschen und ihre Angehörigen in Tirol so etwas, wie eine Einbahnstraße, aus der es kein Zurück mehr gibt. Schlagartig ändert sich alles. Was bleibt, ist bei vielen der Wunsch, trotz der Erkrankung so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben zu können. Mit der mobilen psychiatrischen Pflege (MPP) wird diese häusliche Versorgung vom Land Tirol auf neue Beine gestellt. Auch, weil die demografische Entwicklung den Verantwortlichen kaum mehr eine Wahl lässt.

Derzeit leiden knapp 10.000 Menschen in Tirol an Demenz. Alleine in den kommenden zehn Jahren wird diese Zahl um 30 Prozent steigen. Dazu kommen 3000 ältere Menschen mit Depressionen und Angsterkrankungen. „Die MPP unterstützt und begleitet ältere Menschen bei der Bewältigung des gewohnten Alltags und sind professionelle Bezugspersonen zwischen Klienten und sozialem Umfeld“, umreißt Soziallandesrat Gerhard Reheis das Grundkonzept, der darin eine weitere Säule in der Pflege sieht.

Dabei vertraut der Verein VAGET, der die Pflege anbietet, auf die Grundstruktur der Sozialsprengel, die im Land verteilt sind. Die Kosten für die mobile psychiatrische Pflege sind gleich wie beim Normkostenmodell der Sprengel, erklärte Gertrud Geisler-Devich vom Verein VAGET. Hier gilt eine soziale Staffelung. „Die Grundlage für den Betreuungserfolg ist der Aufbau einer tragfähigen therapeutischen Beziehung. Gerade bei Demenzerkrankungen ist es wichtig, eine Tagesstruktur aufzubauen.“

Aktuell bietet der Verein mit 45 Mitarbeitern an fünf Standorten (Hall, Schwaz, Telfs, Wörgl und Innsbruck) die Hilfe an. Am Landeskrankenhaus gibt es zudem einmal wöchentlich, und zwar jeweils mittwochs ab 14.15 Uhr, Informationen vor Ort. In den kommenden Monaten soll das Betreuungsangebot auf das ganze Land ausgebaut werden. Klar sei aber auch: „Wir werden wachsen und wachsen müssen. Die Pflege durch Angehörige wird durch nichts zu ersetzen sein“, sagt Geisler-Devich. (mw)

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