Krankentransporte

Tilg bastelt an Luftbrücke für Flugrettung

Rund 500.000 Euro könnte eine Übergangslösung für die Flugret- tung kosten. Die Liste Fritz fordert das Aus für Transportrechnungen.

Von Peter Nindler

Innsbruck –Die Rechnungen von privaten Hubschrauberbetreibern für Patiententransporte sorgen nach wie vor für Aufregung. Denn lediglich mit dem Christophorus Flugrettungsverein des ÖAMTC hat das Land Tirol eine Vereinbarung über die Transporte mit Notarzthubschrauber. Die Aufwendungen dafür betragen heuer 1,530.000 Euro, für sonstige Hubschraubereinsätze werden 377.400 Euro gezahlt. Dabei handelt es sich u.a. um Kosten für Fehleinsätze bei Lawinenabgängen, bei Wasserunfällen, bei Suchflügen und Flügen für Transporte von Rettungsmannschaften, Gerätschaften und Hunden bei Lawinenabgängen. Wird ein Transport mit einem privaten Betreiber durchgeführt, werden die Betroffenen zur Kasse gebeten. Bis zu 12.000 Euro werden vorgeschrieben.

Mit dem neuen Flugrettungsdienstgesetz, das derzeit ausgearbeitet wird, soll dies aber der Vergangenheit angehören. Zwischenzeitlich bastelt das Land jetzt an einer Übergangslösung: „Derzeit werden im Landhaus durch die Fachabteilungen mögliche und kurzfristig umsetzbare Lösungsansätze geprüft. Diese müssen auch mit den Sozialversicherungen abgestimmt werden. Sobald dies erfolgt ist, wird das Gespräch mit den Hubschrauberunternehmen und ihren Vertretern gesucht, um hier möglichst rasch eine tirolweite Übergangslösung, die für alle gültig ist, zu finden“, betont Gesundheits-LR Bernhard Tilg (VP). Bei entsprechendem Willen aller Beteiligten könne damit rasch eine für alle zufriedenstellende Zwischenlösung gefunden werden.

Vom ÖAMTC werden laut Tilg im Schnitt 1110 medizinisch bedingte Rettungsflüge pro Jahr durchgeführt (internistische Notfälle) und diese zu den Sozialversicherungstarifen verrechnet. Die übrigen Unternehmen würden jährlich 1037 Notfälle fliegen. Ein Großteil davon betrifft den Transport von Touristen, die vielfach eine private Urlaubsversicherung haben. Bei einer Übergangslösung mit diesen Betreibern müsste das Land wohl die Differenz zum Sozialversicherungstarif bezahlen, das könnte rund 500.000 Euro kosten.

Nicht mehr länger zuwarten will der Klubchef des Bürgerforums (Fritz-Klub), Bernhard Ernst. Er bringt nächste Woche einen Dringlichkeitsantrag im Tiroler Landtag ein. „Kein Tiroler soll künftig für Notfalleinsatzflüge selbst bezahlen müssen“, fordert Ernst. Bis zu einer eindeutigen rechtlichen Regelung solle eine finanzielle Überbrückung für alle Betroffenen geschaffen werden. Gleichzeitig regt Ernst an, so rasch wie möglich die Kostenübernahme aller notfallmedizinisch gerechtfertigten Hubschraubertransporte rechtlich zu gewährleisten.

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