Fußball

„Im Tivoli kicken? Warum nicht, Hauptsache spielen“

Der Inzinger Clemens Walch blickt nach einer verkorksten Saison in Kaiserslautern und Dresden in eine noch ungewisse Zukunft.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –„Dieses Jahr war zum Vergessen, aber auch daraus kann man lernen“, blickt Clemens Walch auf eine Saison mit zu vielen Tiefen zurück. Vom deutschen Bundesligisten FC Kaiserslautern – mittlerweile bekanntlich Absteiger – wurde der Inzinger in der Winterpause zum Zweitligisten Dynamo Dresden verliehen. Der Traditionsklub aus dem Osten Deutschlands schaffte zwar den Klassenerhalt, viel konnte der Tiroler allerdings nicht dazu beitragen: „Es lief von Beginn an nicht optimal, weil mich eine Knieentzündung verfolgte.“ Und genau dieses lästige Leiden wird zurzeit im Physio-Fit beim Tivolistadion bekämpft. Eine echte Familienangelegenheit, denn Schwester Sarah sieht dank eines speziellen Reha-Programms schon große Fortschritte: „Funktionalität und Stabilität passen, jetzt können wir langsam zu den fußballspezifischen Übungen übergehen.“

Zum Saisonstart will Walch wieder Gas geben. Am Wochenende muss er noch einmal zur Abschlussbesprechung nach Dresden: „Ein toller Klub mit gewaltigen Fans. Meistens ist das Stadion mit 30.000 Zuschauern ausverkauft. Die Stadt ist auch gewaltig.“ Fakt ist, dass der Leihvertrag ausläuft und der 25-Jährige noch bis Sommer 2013 beim FC Kaiserslautern unter Vertrag steht. „Keine Ahnung, wie es weitergeht. Ich will jetzt wieder richtig fit werden. Alles andere ist Sache meines Spielerberaters“, so Walch, der mittlerweile von Max Hagmayr vertreten wird.

2006 übersiedelte Walch vom Bundesnachwuchszentrum Tirol in die Red-Bull-Talenteschmiede nach Salzburg, schaffte 2008 den Sprung zum VfB Stuttgart und wurde dann 2010 vom FC Kaiserslautern verpflichtet. Klingt gut, doch die Einsatzminuten in der deutschen Bundesliga hielten sich in Grenzen.

Wie wäre es eigentlich, wieder einmal im Tivolistadion einzulaufen? „Ich könnte mir eine Rückkehr nach Österreich schon vorstellen. Natürlich auch ins Tivoli. Warum nicht, ich bin ja nur 20 km entfernt zu Hause“, schmunzelt der bodenständige Fußballprofi und blickt von den Therapieräumen direkt Richtung Stadion: „Mir geht es nicht so sehr ums Finanzielle. Ich will endlich spielen.“

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