Bahn hält im Niemandsland

Die Gemeinde Münster möchte eine Verlegung der Bahnhaltestelle näher zum Dorfzentrum. Die Tiroler FPÖ unterstützt den Vorstoß mit einem Antrag an den Landtag.

Von Wolfgang Otter

Münster –„Die Landesregierung wird ersucht, die Bundesregierung zu ersuchen, im Zusammenwirken mit ÖBB und Gemeinde in Münster einen eigenen Bahnhof zu errichten“, so lautet ein Landtagsantrag der FPÖ, den der Kufsteiner LA Anton Frisch mit seinen Parteikollegen eingebracht hat. Idealer Platz dafür wäre in der Nähe des neuen Rehazentrums. „Wir sind nicht ganz so anspruchsvoll und mit einer Haltestelle zufrieden“, kommentiert der Münsterer Bürgermeister Werner Entner den Antrag. Er verfolge den Plan nämlich schon seit Jahren und führe intensivste Gespräche.

FPÖ und Entner sind sich in der Argumentation sehr ähnlich. Derzeit teilt sich Münster gemeinsam mit Wiesing die Haltestelle. Aus beiden Orten ist sie mit einem längeren Fußmarsch verbunden. Kein Wunder, dass Entner darauf verweist, „dass die Wiesinger ohnedies nach Jenbach ausweichen“. Drei Jahre lang wurden die Zahlen der Fahrgäste erhoben. „Und sie sind stark rückläufig“, versichert der Gemeindechef. Derzeit benutzen 40 bis 50 Münsterer und an die 20 Wiesinger die Haltestelle“, wie Entner erklärt. Andererseits soll aber seine Gemeinde an die 20 Prozent am Ausbau der Park-and-ride-Anlage in Jenbach übernehmen, dies entspreche der Anzahl der von dort pendelnden Münsterer. „Mit einer eigenen Haltestelle bekommen wir dort zwei Drittel unserer Pendler weg“, ist Entner überzeugt. Immerhin liege sie beim Rehazentrum nahe an der Dorfmitte.

Bei den ÖBB würde man hingegen Schritte für eine höhere Auslastung der derzeitigen Haltestelle durch eine bessere Anbindung an das Rehazentrum mehr begrüßen als die Verlegung, wie ÖBB-Pressesprecher René Zumtobel erklärt.

Beim Land Tirol hat man ebenfalls bereits eine Verlegung überlegt. „Das wurde aber dann vor zirka zwei Jahren verworfen“, wie Leo Satzinger vom Amt der Landesregierung mitteilt. Dabei hatte Entner bereits ein Versprechen der BEG in der Tasche: „Es hat geheißen, sobald die Unterinntalbahn fertig ist, bekommen wir die Haltestelle. Nur die BEG gibt es nicht mehr, dafür aber Erinnerungslücken.“