Gesellschaft

Amerikaner sucht nach den sterblichen Überresten Bin Ladens

Nach der Tötung Osama Bin Ladens hat die US-Marine den Körper im arabischen Meer versenkt. Ein Amerikaner möchte diesen jetzt wieder an die Oberflläche befördern.

Baku – Er glaubt seiner eigenen Regierung nicht. Und schon gar nicht Staatsoberhaupt Barack Obama. Aus diesem Grund möchte der Amerikaner Bill Warren selbst herausfinden, ob der Körper, den die US-Marine am 2. Mai im arabischen Meer versenkt hat, tatsächlich der lang gesuchte Osama Bin Laden war.

„Ich habe schon herausgefunden, wo sie ihn abgeworfen haben. Ich bin der Einzige, der diese Information besitzt“, erklärt Warren gegenüber der spanischen Tageszeitung „El Mundo“.

Gemeinsam mit drei weiteren Männern aus Großbritannien, Kanada und Amerika möchte er die Expedition wagen und den Körper des Terrorchefs der Al Kaida bergen. Aufgrund von Satelliten-Bildern des Pentagons könne er die Abwurfstelle ins Meer ziemlich genau eingrenzen, ist Warren überzeugt. Die sterblichen Überreste würden sich in einem Leichensack der US-Marine befinden und dürfte unter Wasser kaum abgewandert sein. „Er liegt am Grund des Meeres und das Militär hat Gewichte dran gehängt“, so der Abenteurer.

Sollte er den Leichensack tatsächlich finden, will er DNA-Proben nehmen, damit er sicher gehen könne, dass Osama Bin Laden tatsächlich tot sei.

Kein Vertrauen in Regierung

Die Idee sei ihm zwei Tage nach der Tötung des Al-Kaida-Anführers gekommen. Zu dieser Zeit wurden vor allem aus Pakistan Stimmen laut, die behaupteten, der getötete Mann sei nicht Osama Bin Laden gewesen.

Seit drei Jahrzehnten sucht Warren in den Weltmeeren nach Unterwasserschätzen. Jetzt fehlt ihm allerdings noch das nötige Kleingeld, um die teure Expedition durchführen zu können. Immerhin braucht er dafür hochgerechnet mindestens 300.000 Dollar. In Aserbaidschan ist der 60-Jährige derzeit auf der Suche nach Sponsoren, denn auf einen Webaufruf hat sich nur eine einzige Spenderin gemeldet – ein junges Mädchen hat 15 Dollar gespendet.

Finanzierung ungewiss

Die Schiffe für die Expedition sind übrigens schon gefunden – einzig über ihre Finanzierung weiß Warren noch nicht Bescheid. Dennoch bleibt er am Ball und möchte die Bergung noch heuer im Sommer angehen.

Dass dabei auch das Angebot eines pakistanischen Fernsehsenders, der ihm 20 Millionen Dollar geboten haben soll, falls er Bin Laden tatsächlich findet, eine Rolle spielt, bestreitet der Amerikaner aber. „Ich glaube nicht an die Versprechungen.“

Wenn er die nötigen Gelder auftreibt, möchte Warren das Unternehmen am 1. Juni starten. Er geht davon aus, dass er den Leichensack binnen einer Woche orten und bergen kann. Vorausgesetzt natürlich, seine Koordinaten sind korrekt. Andernfalls müsse man schon mit drei Monaten Suchzeit rechnen, so der Abenteurer.

Neben der finanziellen Lage beschäftigt den Amerikaner derzeit aber eine ganz andere Sache: „Die einzige Angst, die ich jetzt habe, ist, dass die USA versuchen werden, mich zu töten oder dass sie unser Boot zerstört. Das ist ein großes Risiko. In dieser Zone gibt es überall Satellitenüberwachung. Man kann sich nicht vor Amerika verstecken.“ (rena)

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