Massiver Stellenabbau

Lufthansa kappt Tausende Jobs - AUA laut Vorstand nicht betroffen

Symbolfoto
© Lufthansa/LifePR

Der AUA-Mutterkonzern will mit einem einschneidenden Stellenabbau in der Verwaltung die Kosten senken. 3500 Jobs werden gestrichen.

Wien/Frankfurt - Die AUA (Austrian Airlines) ist nach Angaben ihres Vorstandes von dem heute von der Konzernmutter Lufthansa angekündigten Plan, in den nächsten Jahren weltweit 3500 Verwaltungsjobs zu streichen, nicht erfasst. Die Stellenkürzungen sind Teil eines milliardenschweren Sparprogramms, das die AUA-Konzernmutter durchzieht. Im ersten Quartal 2012 schrieben die Lufthansa und alle ihre Flug-Töchter Verluste.

Der Lufthansa-Vorstand erklärte, 2500 Stellen würden in Deutschland wegfallen. Über die restlichen betroffenen tausend Jobs außerhalb Deutschlands gab es vorerst zunächst keine Angaben.

Laut AUA-Vorstand Peter Malanik ist die AUA davon aber nicht erfasst. Nach seinen Worten geht es da um Beschäftigte der Lufthansa, die im Ausland arbeiteten.

AUA-Vorstand: Doppelgleisigkeiten eliminieren

Natürlich werde auch die AUA Doppelgleisigkeiten eliminieren und Synergien heben, sagte Malanik, es gehe bei der AUA dabei aber nicht um betriebsbedingte Kündigungen. Lufthansa-Passage-Vorstand Carsten Spohr hat betriebsbedingte Kündigungen im Konzern nicht ausgeschlossen.

Erst in einem Monat, also Anfang Juni, wird AUA-Chef Jaan Albrecht wissen, wieviele AUA-Piloten den vom Vorstand eingeleiteten Betriebsübergang des AUA-Flugbetriebs auf die billiger operierende Regionaltochter Tyrolean nicht mitmachen und von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

Bisher hätten 43 Piloten das Haus verlassen. Wieviele es letztlich werden, wurde nicht prognostiziert. Der Vorstand will auch weiter nicht verraten, wieviel der Betriebsübergang auf Tyrolean kosten wird. Die Lufthansa schrieb in ihrem heutigen Quartalsbericht, dass die damit verbundenen einmaligen „Restrukturierungsaufwendungen“ den AUA-Verlust 2012 nochmals höher ausfallen lassen dürften als 2011.

AUA-Chef Jaan Albrecht prognostizierte heute in einer Telefonkonferenz den „break-even“ der AUA für 2013, zumal der Ganzjahreseffekt der jetzt im 2. Quartal greifenden Effekte des neuen Sparpakets erst 2013 zu fühlen sein werde. „Hoffentlich in einem wachsenden Markt“, wie Albrecht hinzufügte. Den beak-even-point definierte der Vorstand heute jedenfalls um einen Euro besser als eine schwarze Null.

Einsparungen durch steigende Kosten aufgezehrt

Was im ersten Quartal 2012 schon eingespart worden sei, sei durch zweistellige Steigerungen bei Treibstoffkosten und Gebühren aufgezehrt worden. Allein die neue Flugsteuer hat die AUA in den ersten drei Monaten 10 Mio. Euro gekostet. Albrecht hofft noch immer, die Steuer mit dem Finanzministerium wegverhandeln zu können. Er verwies auf mündliche Zusagen zumindest auf eine Senkung unter das heuer zu Jahresbeginn schon zurückgenommene deutsche Niveau.

Albrecht bekräftigte, einen Konzernkollektivvertrag anzustreben. Das sei ein KV, der keine Altlasten mit sich trage und modern sowie konkurrenzfähig sei. Nähme man den Tyrolean-KV als Ausgangspunkt, müsste dieser KV dort um die Langstrecke ergänzt werden. „Das wäre vielleicht ein Modell.“

„Tyrolean muss eigenständiges Unternehmen bleiben“

Bei allen Bemühungen um Beseitigungen struktureller Doppelgleisigkeiten wird es nicht zur Fusion der AUA mit der Tyrolean kommen. „Weil wir jetzt den Betriebsübergang auf eine andere Produktionsplattform durchführen werden, muss Tyrolean ein eigenständiges Unternehmen sein und bleiben“, sagte Vorstand Malanik. „Daher steht eine Fusion nicht zur Diskussion.“

Im ersten Quartal hatte die AUA knapp 67 Mio. Euro Betriebsverlust.

Die zu Jahresbeginn zugesagten 140 Millionen Euro Kapitalspritze der Lufthansa sind laut Albrecht noch nicht gezogen. Das werde man in den nächsten Monaten machen. Mit dem Geld wird u.a. die Umflottung vollendet, und es fließe in das Produkt Langstrecke. „Wir haben kein Problem mit der Eigenkapitalquote“, sagte Albrecht. „Das ist keine Sorge, die wir haben“. (APA)

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