Standort Tirol

„Die Preisspirale bei Immobilien kann sich nicht ewig so drehen“

Architekt und Bauträger Karl Fahrner entwickelt mit seiner OFA-Group hochwertige Immobilien. Er analysiert den Innsbrucker Immobilienmarkt.

Herr Architekt Fahrner, wie schätzen Sie die weitere Preisentwicklung am Tiroler Immobilienmarkt ein?

Karl Fahrner: Wir erleben derzeit enorme Preissteigerungen besonders in der Landeshauptstadt und im Speckgürtel von Innsbruck. Die Preisspirale kann sich nicht ewig so weiterdrehen. Ich denke, dass wir den Plafond erreicht haben. Wir sprechen derzeit von Wohnungspreisen von bis zu 10.000 Euro pro Quadratmeter in Innsbruck. Ich denke, dass die Preiskurve im Jahr 2013 nicht mehr so steil ansteigen wird wie bisher. Die Preise werden jedoch hoch bleiben, da die Nachfrage nach Immobilien ungebrochen ist.

Die Preise sind ja fast vergleichbar mit denen in der Wiener Innenstadt.

Fahrner: Nein, noch nicht ganz. Die Wiener Innenstadt muss man differenziert betrachten. Gerade im 1. Bezirk werden in Spitzenlagen bis zu 25.000 €/m² erzielt. Es gibt jedoch in Wien auch Wohnungen mit Quadratmeterpreisen von 2000 Euro. In Innsbruck kann ich auch eine gebrauchte Wohnung in mieser Lage um 1800 Euro pro Quadratmeter kaufen. In Kliniknähe hingegen werden Wohnungen um 9000 Euro pro Quadratmeter im Projektentwurf angeboten werden. Eine schöne Wohnung kostet in Innsbruck mittlerweile ab 4000 Euro pro Quadratmeter und aufwärts.

Wie unterscheidet sich Ihre OFA-Group von anderen Planern und Bauträgern?

Fahrner: Ich habe seit 1997 die Marke OFA aufgebaut. Begonnen hat alles am Arlberg. Bis 2008 war ich in Innsbruck nur als Architekt bekannt – nicht als Immobilienfachmann und Bauträger. Mit verschiedensten Projekten in der Landeshauptstadt gelang es mir, mich am Markt zu integrieren. Innerhalb von drei Jahren schaffte ich es, die OFA unter die Top-5-Bauträger zu platzieren. Wir arbeiten derzeit an sieben Eigenprojekten.

Eines davon sind Penthousewohnungen in der Innsbrucker Schöpfstraße um 6000 Euro pro Quadratmeter.

Fahrner: Noch spektakulärer ist unser Projekt direkt neben dem Innsbrucker Rathaus. Dort entstehen vier neue große Penthousewohnungen.

Wer sind Ihre Kunden?

Fahrner: Freiberufler, internationale Konzernchefs. Ich entwickle Spezialimmobilien wie „Living Lans“. Bei diesem Projekt ist es mir gelungen, eine sehr internationale Klientel an den Golfplatz zu bringen. Das hat bisher noch kein anderer in Innsbruck geschafft. Diesen Weg werde ich weitergehen. Die Käufer haben teilweise ihr Geld aus dem Kapitalmarkt abgezogen. Sie investierten in das Projekt 300.000 bis 500.000 Euro. Die Rendite liegt bei drei Prozent, dafür haben sie ihr Geld sicher veranlagt. Andere Käufer hingegen wollen in den Wohnungen ihre Freizeit verbringen. In „Living Lans“ wurde beispielsweise ein eigener Spabereich ins Haus integriert und wir haben sehr hochwertig gebaut: Erdwärme, Dreifachverglasung, Niedrigenergiestandard, E-Car-Steckdosen. Wir haben an breite Autoabstellpläze in der Tiefgarage gedacht. Diese Großzügigkeit honorieren die Kunden. Sie haben Preise verglichen. Obwohl wir um fünf Prozent teurer waren als ein Konkurrenzangebot, haben sie unsere Wohnungen gekauft, da wir wesentlich mehr bieten.

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