Berufsschüler ließen die Korken knallen

Seit zehn Jahren werden in Landeck Jungsommeliers ausgebildet. Über 300 angehende Weinkenner haben die harte Schule durchlaufen.

Von Matthias Reichle

Landeck –Der Vorschlag zum ersten Gang: Ein appetitanregend herbes Pils findet ohne weiteren Kommentar die Zustimmung der Feinschmecker. Beim Dessert wollen sie es dann schon genauer wissen: einen Schilchersekt, Portwein, Champagner oder doch einen feinen Obstbrand? Barbara Trixl führt gekonnt durch ihre Getränkekarte mit teils hochprozentigen Genüssen.

Es ist halb zehn am Vormittag an der Berufsschule für Tourismus und Handel in Landeck. Und hätten die drei Weinkenner, die zu Tisch sitzen, alle ihnen angebotenen alkoholischen Versuchungen probiert – sie hätten bereits einen ziemlichen Schwips.

Trixl ist die sechste, die sich der Prüfung zum Jungsommelier stellt. Seit dem Schuljahr 2001/2002 wird die Ausbildung an der Berufsschule angeboten, erläutert Berufsschullehrer Richard Reinalter.

In diesen zehn Jahren haben über 300 Absolventen die freiwillige Zusatzausbildung absolviert, die ihnen nicht nur das Rüstzeug für den Beruf mitgibt, sondern auch Lust auf eine weitere Ausbildung zum Diplomsommelier oder Weinakademiker machen soll. Heuer stellen sich elf Lehrlinge der Herausforderung. „Sie sind alle volljährig“, versichert Reinalter im Hinblick auf den Inhalt ihrer Ausbildung. Im Übrigen soll den Jungen in Zeiten, in denen oft vom Komasaufen die Rede sei, der genussvolle Umgang mit den Getränken nähergebracht werden. Das geht nicht ohne Fachwissen. Bei der Prüfung wurden 200 Fragen über das ganze Spektrum der Getränke abgeklopft. Bei der praktischen Übung mussten die Lehrlinge dann fünf Weine sensorisch beschreiben und servieren, erläutert er.

Zum Schluss gab es dann einen Grund zum Anstoßen: Fast alle haben bestanden – und das auf hohem Niveau.