Hypo-Desaster

Zeugen aus Liechtenstein bei Hypo-Prozess am Wort

Am neunten Tag des Kärntner Hypo-Prozesses am Landesgericht Klagenfurt haben am Donnerstag Zeugen aus Liechtenstein ausgesagt.

Klagenfurt – Sie wurden per Video aus dem Bezirksgericht Feldkirch zugeschaltet. Sie bestätigten Aussagen anderer Zeugen über die Gründung und Finanzierung der Liechtensteinischen Anstalten und damit des Vorzugaktiendeals im Jahr 2004.

Der Rechtsanwalt Gerald Hoop hatte den Auftrag, die zwölf Liechtensteiner Anstalten zu gründen, über die die Kreditfinanzierung der Vorzugsaktien gelaufen ist. Er gab an, den Auftrag dazu vom Schwager des Angeklagten, Hermann Gabriel, bekommen und in Folge mit den beiden Angeklagten Gabriel und Gerhard Kucher gesprochen zu haben. Mit den beiden anderen Angeklagten, den ehemaligen Hypo-Vorständen Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger, habe er in diesem Zusammenhang keinen Kontakt gehabt.

In Kreditvergabe nicht eingebunden

Sein Bruder Wilfried Hoop war nach eigenen Angaben seit Gründung der Hypo Liechtenstein im Jahr 1999 Anwalt und Verwaltungsrat der Hypo Liechtenstein. In die Bewilligung der Kredite für die zwölf Anstalten sei er nicht eingebunden worden, erzählte er. Denn die Beschlüsse für die Darlehen seien nicht im Verwaltungsrat, sondern im Kreditausschuss gefallen. Mitglieder dieses Ausschusses seien unter anderem die beiden Angeklagten Kulterer und Striedinger gewesen.

Bedenken der externen Revision über diese Struktur seien in der Sitzung im Dezember 2004 vom Präsidenten des Verwaltungsrates ausgeräumt worden. Kucher und Gabriel, die dieses Modell entwickelt hätten, seien sehr erfahren in diesen Fragen, habe dieser gemeint, so Hoop.

Die Gesamtkonstruktion sei ihm als Verwaltungsrat jedoch nie bekanntgegeben worden. Erstmals erfahren hatte er laut seiner Aussage von der Kapitalerhöhung er in der Verwaltungsratssitzung vom Juni 2004. Damals habe Striedinger berichtet, dass Konzerngeschäfte nach Liechtenstein verlagert werden sollen und daher das Eigenkapital der Hypo Liechtenstein erhöht werden solle. In diesem Zusammenhang sei auch über die Vorzugsaktien gesprochen worden.

Kulterer nicht anwesend

Die Eigenmittelsituation der Hypo International sei in dieser Phase kein Thema gewesen. Auf Nachfrage von Kulterers Anwalt Ferdinand Lanker sagte Hoop aus, dass Kulterer bei keiner der drei Verwaltungsratssitzungen, in denen über dieses Thema gesprochen wurde, anwesend gewesen sei. Die Brüder Hoop waren im Zuge der Ermittlungen über die Kapitalerhöhungen als Beschuldigte geführt worden, die Untersuchungen wurden von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt jedoch eingestellt.

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