Architektur

Volkstheater lädt ins „Kaleidoskop der Illusionen“

Sieben Ur- und Erstaufführungen bietet das Volkstheater Wien in seiner Spielzeit 2012/13 an, die unter dem Motto „Kaleidoskop der Illusionen“ steht: „Illusionen wurden und werden uns abgeräumt“, sagte Direktor Michael Schottenberg bei der heutigen Saisonpressekonferenz. „Wir widmen uns der Illusion und der Desillusionierung, der Täuschung und der Enttäuschung.“

Am besten verkörpere dies „Mein Freund Harvey“ zum Saisonschluss. Eröffnet wird aber am 7. September mit der Theaterfassung der Turrini/Cerha-Oper „Der Riese vom Steinfeld“, Stephanie Mohr inszeniert mit Ronald Kuste und der kleingewachsenen Schauspielerin ChrisTine Urspruch, der Pathologieassistentin Alberich im Münsteraner „Tatort“, in den Hauptrollen.

„Die rasante Talfahrt in Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit, die wir einem wild gewordenen Kapitalismus verdanken, hat aber auch etwas Gutes: Werte bekommen wieder einen Wert“, sagte Schottenberg, der ein „neues Bedürfnis nach Ethik“, einen „Wunsch nach einer echt besseren Welt“ ortet: „Es muss nicht gleich die Piratenpartei sein, es darf auch das Theater sein.“

Im Haupthaus steht eine Woche nach dem „Steinfeld“-Auftakt eine Uraufführung an: Rupert Henning hat nach einer Idee von Andre Heller „Bon Voyage - Ein Abend mit dem Leben und den Liedern Greta Kellers“ geschrieben und inszeniert selbst, Andrea Eckert singt und spielt die Keller. „Es ist aber keine Biografie im klassischen Sinn, sondern zeigt drei Lebensgeschichten“, so Schottenberg. Nach den Premieren von „Die Comedian Harmonists“, „Urfaust“ und „Die Goldberg-Variationen“ inszeniert Stephan Müller die Erstaufführung der Tolstoj-Dramatisierung „Anna Karenina“. Als Weihnachtspremiere inszeniert der Direktor Benatzkys „Im Weißen Rössl“ u.a. mit Maria Bill und Günter Franzmeier.

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