Standort Tirol

Bessere Konjunktur und Kauf-Rotstift

Die Tirolerinnen und Tiroler sehen die weitere Wirtschaftsentwicklung nicht mehr so schwarz wie noch im Winter. Bei den eigenen Ausgaben wollen viele aber offenbar den Sparstift ansetzen.

Von Alois Vahrner

Innsbruck –„Die Tiroler haben die vorausgesagte Krise ruhig und gut durchtaucht und sind jetzt wieder um einiges optimistischer“, interpretiert der Chef-Volkswirt der Wirtschaftskammer, Stefan Garbislander, die brandneue Konsumentenbefragung von Wirtschaftskammer, Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) und Tiroler Tageszeitung.

Laut der vom IMAD-Institut in den letzten Wochen durchgeführten Repräsentativumfrage unter 500 Tirolerinnen und Tirolern wird die allgemeine Wirtschaftslage deutlich besser gesehen als zum Jahreswechsel. Hatten damals nur etwa 8 % an eine Verbesserung und dafür gleich 50 % an eine Verschlechterung geglaubt, so glauben bereits wieder 19 % an einen Aufschwung und „nur“ noch 28 % an einen Abschwung. Die Mehrheit von 51,5 % (zuletzt 4 %) geht von einer stabilen Entwicklung aus.

Die Zahl jener, die mit wesentlich mehr Arbeitslosen rechnet, ist laut den GAW-Chefs Stefan Haigner und Stefan Jenewein von 7 auf knapp 4 % gesunken, etwas mehr Arbeitslose erwarten 44 nach 41 %. An einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen glauben aber bereits 15 nach zuletzt nur 4 %.

Relativ stabil bis leicht negativ bleibt nach Einschätzung der Bevölkerung die eigene finanzielle Situation. An eine Verbesserung glauben 12 %, an stabile Verhältnisse 61 %, an eine Verschlechterung wie im Winter etwa 25 %.

Die Angst vor einer großen Teuerungswelle dürfte nach Ansicht der Tiroler vorbei sein, wenngleich die Preise für fast 63 % im bisherigen Ausmaß steigen werden. Eine stärkere Inflation erwarten noch 23 nach zuletzt 30 %, stabile Preise 4 % und einen Preisrückgang etwa 9 %.

Den Zeitpunkt für größere Anschaffungen halten nur noch 30 nach zuletzt 40 % für eher günstig, für 59 % (nach 50 %) ist die Situation dafür neutral. Für Großanschaffungen einen sehr ungünstigen Zeitpunkt sehen jetzt wie auch im Winter knapp 9 %.

Beim Konsum wollen jedenfalls laut Umfrage viele auf die Bremse steigen. Immerhin 15 nach zuletzt 9% wollen wesentlich weniger konsumieren, weitere 22 % etwas weniger. genauso viel ausgeben wollen 40 nach 45 %, etwas oder wesentlich mehr etwa 20 %.

Relativ stabil blieb zumindest zur Umfrage im Winter die Sparneigung. Etwa ein Drittel der Tiroler will in den kommenden zwölf Monaten etwas auf die hohe Kante legen, ein Drittel vielleicht und ein Drittel nicht.

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