Architektur

„Faszination Ägypten“ in Residenzgalerie Salzburg

Die Salzburger Residenzgalerie eröffnet heute, Donnerstag, Abend die Ausstellung „Faszination Ägypten - die imaginäre Reise des Norbert Bittner (1786-1851)“. Zu sehen sind 44 Blätter, die der Biedermeier-Maler Norbert Bittner von 1829 bis 1832 über Bauwerke und Landschaften Ägyptens angefertigt hat, ohne je selbst in Ägypten gewesen zu sein. „Faszination Ägypten“ bleibt bis 1. Juli offen.

Der heute weitgehend vergessene Bittner verwendete Kupferstiche als Vorlage für sein Fantasie-Ägypten. Mit seinen insgesamt 57 Bildern traf er genau den Zeitgeist des Biedermeier. Die in ganz Europa jahrzehntelang wirksame Ägyptomanie nahm in einem Krieg Napoleons ihren Anfang. Mit 35.000 Soldaten versuchte der Feldherr 1798 bis 1801 die französischen Handelsinteressen gegenüber den Briten zu sichern. Militärisch scheitere dieses Unternehmen. Aber kulturell sollte es Europa mit neuer Mode, exotischem Flair und orientalem Lebensgefühl ergänzen.

Die Zeichner, Geografen, Geometer und Botaniker in Napoleons Schlepptau haben ihre Eindrücke von Ägypten in einem 22-bändigen, in Paris verlegten und extrem erfolgreichen Bildband mit dem Titel „Description de l‘Egypte“ zusammengefasst. Eine dieser mit abgedruckten Kupferstichen gefüllten Buchreihen wurde damals vom Abt von St. Peter in Salzburg erworben und ist in der aktuellen Ausstellung zu sehen. Ein weiteres Exemplar gehörte Gregor Kyrillowitsch Graf Rasumofsky aus Wien.

Der Graf beauftragte Norbert Bittner, die farblosen Kupferstiche in eigenen Blättern zu kolorieren, und Bittner ergänzte die Motive von Nil, Sphinxen, Pyramiden, Tempelruinen und französischen Soldaten mit heimischer Atmosphäre. „Bittners Arbeiten erinnern gelegentlich mehr an die Donau und die Wachau als an Ägypten und den Nil“, sagte Erika Oehring, die Kuratorin der Salzburger Ausstellung, im APA-Gespräch. Oehring sieht diese Ausstellung als Ergänzung zu den mit „Cleopatra“ übertitelten Salzburger Pfingstfestspielen.

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