Hochfilzen angelt nach WM

Das Ja der österreichischen Landesskiverbände vorausgesetzt, sollte Hochfilzen den Zuschlag für die Biathlon-WM 2017 erhalten. Antholz zog sich aus dem Rennen zurück.

Von Florian Madl

Innsbruck –Das Nein der Antholzer zur WM-Bewerbung 2017, immerhin die größte Wintersportveranstaltung Italiens, legte im Norden Tirols den Schalter um. Nach umfassenden Infrastruktur-Bemühungen im Zuge der Weltmeisterschaft 2005 in Hochfilzen soll der schneereiche Heeresstützpunkt neuerlich als Ausrichter der Großveranstaltung auftreten. „Ich kann noch keine Vollzugsmeldung geben, aber wir sind dran“, bestätigt Fran Berger, Renndirektor der Internationalen Biathlon Union (IBU) und Wegbereiter des Klassikers im Pillerseetal. Im Rahmen der Präsidentenkonferenz des Österreichischen Skiverbands soll kommende Woche das Ja-Wort erfolgen, um den Schritt ins Rampenlicht zu garantieren.

Erinnerungen hat man an die Großveranstaltung geteilte. Aus sportlicher Sicht blieb der Gastgeber mit einer Bronzemedaille (Herren-Staffel) im Soll, erst im Jahr darauf sollte bei den Olympischen Spielen 2006 in Turin im Zuge der Dopingrazzia der Kahlschlag erfolgen.

Der Werbewert der Weltmeisterschaft und des Veranstaltungszentrums Biatron wurden in der Folge mit 1,9 Millionen Euro taxiert. Allein am Finaltag, als Uschi Disl ihre zweite Goldmedaille feierte, liefen über jeden dritten deutschen Fernseher Bilder aus Tirol. 85.000 Zuschauer ergänzten das Gesamtbild.

Im Gegenzug blieb der Tourismusverband auf einem Mehraufwand von 150.000 Euro sitzen, der in Form eines Kredits finanziert werden musste.

Um Aufmerksamkeit müssen sich die Veranstalter angesichts der Entwicklung wohl keine machen. Zwar darf die WM 2012 in Ruhpolding, dem Kitzbühel des Biathlon-Sports, nicht als Gradmesser erachtet werden. Aber allein die Zahlen dort bestätigen die Ausrichtung der Wintersportveranstaltung: Im oberbayerischen Ruapading verfolgten bei der ersten WM 1979 insgesamt 3000 Zuschauer die Bewerbe; eine Zahl, die 1985 (30.000), 1996 (90.000) und 2012 (200.000) steil nach oben ging. Und: Unter den Top Ten der deutschen Wintersport-Übertragungen 2011 fand sich achtmal Biathlon.

Um einen Lokalmatador muss den Hochfilznern im Hinblick auf eine Weltmeisterschaft 2017 wohl auch nicht bange sein. Dominik Landertinger, Massenstart-Weltmeister 2009, würde bei besagtem Termin seinen 29. Geburtstag feiern und wäre gemäß seinem Vorbild Ole Einar Björndalen im besten Biathlon-Alter ...